Die Geschichte des Nürburgrings Teil 4
Im Gedenken an den 2004 verstorbenen Nürburgring-Experten Luki Scheuer, der von 1999 an bis zu seinem Tod Pressesprecher der Langstreckenmeisterschaft war. Eine Retrospektive rund um den Nürburgring aus dem Jahr 1998.
1978 - 1987
Es beginnt eine Zeit der Planungen und politischen Scharmützel um das liebe Geld. Der Motorsport geht weiter, wenn auch ohne Formel 1. Beim vom ADAC Nordrhein veranstalteten Motorrad-Grand-Prix, am 20. August 1978, erleben über 100.000 Besucher, wie der Kalifornier Kenny Roberts sich den Weltmeistertitel in der Halbliterklasse holt. Im Oktober hat der "Nürburgringlauf" mit über 5000 Teilnehmer Premiere. Planungen und Verhandlungen gehen weiter. Zugesagte Gelder werden wieder gesperrt, der Neubau wird immer wieder infrage gestellt. 1980 gehen Nürburgring-Freunde friedlich demonstrierend auf die Straße. Der heutige ADAC-Präsident Otto Flimm stellt sich an die Spitze der Bewegung "Rettet den Nürburgring". Schließlich scheidet der Bund aus der Nürburgring GmbH aus und zahlt 40 Millionen Mark. Da auch das Land und der Kreis zu ihrem Wort stehen und sich der ADAC über den Verein "Ja zum Nürburgring" mit einem erheblichen Betrag beteiligt, kann endlich am 30. November 1981 der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel den ersten Spatenstich ausführen. Eröffnet wird die die neue 4,542 lange Strecke am 12. Mai 1984 mit einem großen Programm aus Show und Motorsport. Das erste Rennen gewinnt ein damals in Deutschland noch wenig bekannter Brasilianer namens Ayrton Senna. Den Grand Prix von Europa am 7. Oktober gewinnt der Franzose Alain Prost auf McLaren. 1985 wieder ein Großer Preis von Deutschland der Formel 1 auf dem "Ring". Michele Alboreto siegt auf Ferrari. Eine glänzende Premiere feiert das Open-Air-Spektakel "Rock am Ring". Die Formel 1 verabschiedet sich in Richtung Hockenheim. Mit dem Truck-Grand Prix des ADAC Mittelrhein kommt 1986 eine neue Veranstaltung ins Programm, die zu einer der tragenden Säulen im Nürburgring-Angebot wird. Trotz des Verlustes der Formel 1 kann 1987 der 60. Geburtstag der Rennstrecke mit optimistischem Blick in die Zukunft gefeiert werden.
1988 - 1998
Am Nürburgring beginnt eine Phase der Neuorientierung. Nicht mehr nur Motorsport ist gefragt. Die Rennstrecke erhält eine stärkere Leitfunktion für Fremdenverkehr und Wirtschaftsentwicklung in der Region. Seit 1995 ist die Freude groß. Formel-1- und Motorradweltmeisterschaft sind zurück auf dem Nürburgring. Am 1. Oktober 1995 hat Michael Schumacher auf Benetton-Renault als erster deutscher Fahrer einen Lauf zur Formel-1-WM auf dem Nürburgring gewonnen. Jacques Villeneuve heißt der Sieger des Grand Prix von Europa 1996 und des Grand Prix von Luxemburg 1997. Alle drei Rennen wurden vor ausverkauften Tribünen, darunter die neue hochmoderne Mercedes-Tribüne, gefahren. Und 1998 hat der "Ring" wieder die großen Trümpfe: u.a. der Große Preis von Europa der Formel 1, Superbike-Motorrad-Weltmeisterschaft und 2 Läufe zur Deutschen Supertourenwagen-Meisterschaft. Daneben finden die Traditionsveranstaltungen Truck- und Oldtimer-Grand Prix sowie weitere rund 100 Veranstaltungen statt. Und nie war der Ring so in seine Region integriert wie heute: So wird im Frühjahr der neue, vier Erlebnishallen umfassende, Freizeitpark "Erlebniswelt Nürburgring" eröffnet, der der ganzen Familie unter dem Motto "Autos, Action und Attraction" viel Spaß und Unterhaltung bieten wird. Ebenfalls im Frühjahr wird die neue Touristen-Zufahrt auf die Nordschleife eröffnet. Eine Restauration, große Parkflächen und ein automatisiertes Zufahrtsystem garantieren ein noch größeres "Erlebnis Nordschleife". Also, nichts wie hin zum "Ring".






