26.08.2006

Bäder/Hagenmeyer/Gedlich beenden Porsche-Siegesserie

Strahlende Gesichter auf dem Siegerehrungspodest: Beim Saisonhöhepunkt der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, dem 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen, feierten Michael Bäder (Ofterdingen), Tobias Hagenmeyer (Köln) und Markus Gedlich (Frankfurt) ihren ersten Gesamtsieg. „Einfach unglaublich – ich freu’ mich riesig, nach zwölf Jahren in der Meisterschaft endlich ganz oben auf dem Podest zu stehen“, sagte Michael Bäder, der als Schlussfahrer nach sechs Stunden Renndistanz im BMW M3 vor 31.000 Zuschauern als Sieger die Ziellinie überquerte. Zum zweiten Mal in Folge auf Platz zwei ins Ziel kamen Ralf und Andreas Schall (beide Dornstadt) im Opel Astra V8 Coupé. Das Vater-Sohn-Gespann hatte nach 40 Runden auf dem 24,433 Kilometer langen Nürburgring 6:38,6 Minuten Rückstand auf die Gesamtsieger. Das Podium komplettierten Klaus Abbelen und Sabine Schmitz (beide Barweiler) im Porsche 911 GT3, die ebenfalls bereits beim letzten Lauf auf Platz drei ins Ziel kamen. Den Siegerpokal überreichte Uwe Ferchner. „Ich bin total begeistert“, sagte der Direktor der Opel Werke Bochum bei der Siegerehrung. „In diesem Jahr war ich zum ersten Mal während des Rennens an der Nordschleife und konnte dort die ganz besondere Atmosphäre der Langstreckenmeisterschaft genießen. Der Mix aus Profi-Rennfahrern und ambitionierten Hobby-Piloten macht den besonderen Charme der Meisterschaft aus.“

Mit dem Sieg von Bäder/Hagenmeyer/Gedlich endete auch die lange Siegesserie von Porsche-Fahrzeugen in der Langstreckenmeisterschaft: Der letzte Sieg eines Fahrzeugs welches nicht das Emblem der Zuffenhausener Sportwagen auf der Haube trägt, liegt genau 714 Tage zurück. Am 11. September 2004, ebenfalls beim 6-Stunden-Rennen, gewannen Hermann Tilke / Ulrich Galladé / Dirk Adorf im Jaguar V8 STAR. Der letzte BMW-Gesamtsieg in der Langstreckenmeisterschaft ist datiert auf den 15. Mai 2004 – damals siegten Hans-Joachim Stuck / Boris Said / Duncan Huisman im BMW M3 GTR. „Wir haben zusammen mit Markus Gedlich unseren BMW entscheidend weiterentwickelt und aussortiert“, sagte Tobias Hagenmeyer – Gedlich wiegelte ab: „Ich konnte viel meiner Erfahrung einbringen, die Umsetzung muss aber das Team erledigen – und das ist ihnen gelungen. Unser Rennen hat sehr gut begonnen und wir sind von Anfang mit gemäßigtem Risiko gefahren.“ Nach anstrengenden Runden im Opel Astra V8 Coupé sagte Ralf Schall: „Unser Rennen verlief ohne besondere Vorkommnisse. Natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber wir gönnen unseren Freunden vom Getrag-Team diesen ersten großen Erfolg.“

Bei dem Premieren-Sieg in der populärsten Breitensportserie Europas profitierte das Getrag-Team auch vom großen Pech der Favoriten: Bereits in Runde zwei war das Rennen für die Mannschaften von Manthey-Racing, Jürgen Alzen Motorsport und Land-Motorsport beendet. Die drei Porsche-Teams rutschten in der zweiten Runde im Streckenabschnitt Flugplatz auf einer Flüssigkeit aus und beschädigten ihre Fahrzeuge bei diesem Unfall stark – die Fahrer blieben unverletzt. Rennleiter Horst Golombeck: „Wir haben die Unfallstelle wenige Minuten später besichtigt und konnten keine Ölspur feststellen – vermutlich handelte es sich bei der ausgetretenen Flüssigkeit um Kühlwasser.“

Die Entscheidung im Honda S2000 Cup fiel zur Halbzeit des Rennens. Nach einem spannenden Zweikampf in der Anfangsphase rollten Matthias Holle (Diez) und Wolfgang Weber (Albersdorf) in der Klostertalkurve mit leerem Tank aus. Der Weg war frei für die Seriensieger Andreas Mäder (Großkugel) und Reinhold Renger (Rothenbug OdT). Marcel Engels (Willich), Uwe Unteroberdörster (Lohmar) und Wilfried Schmitz (Setterich) bauten mit einem weiteren Sieg in der Honda Civic Cup-Klasse ihre Tabellenführung aus. Die drei Mönchengladbacher Karl-Eduard Reinders, Frank Borowsky und Hermann Backus feierten ihren ersten Sieg in der Peugeot 206 RC Cup-Klasse, den schnellsten Seat Leon Supercopa pilotierten Jarkko Venalaien (Erkrath) und Kenneth Heyer (Wegberg). Bei den Renault Clio Cup-Fahrzeugen triumphierten Jutta Beisiegel (Kaiserslautern) und Hubert Nacken (Streißlingen), die Porsche Cup-Klasse gewannen Michael Irmgartz (Neuwied) und Georg Berlandy (Stromberg) vor dem Trio Jörn Schmidt-Staade (Dülmen), Stefan Müller (Bovenden) und Thomas Koll (Bad Münstereifel).

Opel feiert fünf Klassensiege beim sechsten Lauf
Beim Rennen um die Trophäe der Opel Werke Bochum errangen die Fahrzeuge mit dem Blitz eine Reihe von Siegen. Neben Andreas und Ralf Schall mit dem Opel Astra V8 Coupé auf dem Podium – gleichzeitig dem Klassensieg in der E1-XP – errangen Hans Olaf Beckmann und Peter Hass im betagten Opel Manta den Wertungsgruppensieg bei den Gruppe-H-Fahrzeugen. „Unser größter Erfolg seit dem Klassensieg beim 24-Stunden-Rennen 2002“, freute sich Beckmann. „Der Manta hat nach wie vor eine sehr gute Substanz – die Fans dieses Youngtimers können sich auf viele weitere Rennen freuen.“ Gleich zwei Klassensiege in einem Rennen feierte Stefan Kissling (Schuld). Zusammen mit Nicole Müllenmeister (Wermelskirchen) gewann der Teamchef aus der Eifel im Opel Corsa die Klasse SP2 (VLN-Specials bis 1.600 ccm Hubraum). Mit dem Finnen Hannu Luostarinen und dem langjährigen Opel-Sportchef Volker Strycek (Dehrn) war Kissling mit dem Opel Astra GTC in der SP3 (VLN-Specials bis 2.000 ccm Hubraum) erfolgreich. Ein weiterer Klassensieg ging an Jürgen Schulten (Hamminkeln), Ludger Henrich (Schmitten) und Helmut H. Engelbracht (Rheurdt) im Opel Astra OPC bei den VLN-Serienwagen bis 2.000 ccm Hubraum.

Hürtgen/Hennerici weiterhin in der Tabellenführung
Claudia Hürtgen (Aachen) und Marc Hennerici (Bonn) verteidigten mit ihrem sechsten Klassensieg bei den Dieselfahrzeugen bis 2.000 ccm Hubraum die Führung in der Meisterschaft mit 56,43 Punkten. „Auch wenn es nicht notwendig war, wir haben heute beim 6h-Rennen zur Sicherheit drei Boxenstopps eingelegt“, sagte Hürtgen und Hennerici ergänzte: „Mit unserem sechsten Sieg in Folge konnten wir weitere Punkte im Kampf um die Meisterschaft sammeln – so kann es für den Rest der Saison weitergehen.“ Der hauchdünne Vorsprung auf den drittplatzierten Wolf Silvester beträgt 0,49 Punkte. Auf dem vierten Rang folgen Jürgen Schulten und Ludger Henrich mit 53,63 Punkten.