08.07.2006

Erster Sieg beim vierten Rennen für Alzen-Motorsport

Jürgen und Uwe Alzen (beide Betzdorf) haben lange auf ihren ersten Saisonerfolg in der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring 2006 warten müssen. Beim 46. ADAC Reinoldus Langstreckenrennen hat es endlich geklappt – im Porsche 911 GT3 wurde das Bruderpaar nach 16 Runden als Sieger angewinkt. Der Vorsprung auf die zweitplatzierten Christian und Peter Mamerow (beide Castrop-Rauxel) betrug im Ziel 41.569 Sekunden. Auf Platz drei komplettierten Marc Basseng (Leutenbach) und Patrick Simon (Wiesbaden) den Porsche-Dreifacherfolg an der Spitze vor 25.000 Zuschauern. Die Veranstaltung des Dortmunder MC e.V. im ADAC wird als kurioses Rennen in die Geschichte der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring eingehen, denn der auf vier Stunden angesetzte Lauf musste nach Unfällen gleich zwei Mal mit der Roten Flagge unterbrochen werden.

„Ein grandioser Sieg“, freute sich Ex-DTM-Fahrer Uwe Alzen nach dem Rennen. „Alle Verbesserungen, die wir nach dem 24-Stunden-Rennen an unserem Porsche vorgenommen haben, funktionierten perfekt – ich glaube, jetzt sind wir vom Speed her vorne mit dabei.“ Ein problemloses Rennen liegt auch hinter Christian und Peter Mamerow. „Chris hat zu Beginn einen guten Vorsprung herausgefahren und ich habe es geschafft, diesen ins Ziel zu retten“, so Peter Mamerow und Christian ergänzte: „Der fünfte Startplatz hat uns in der Anfangsphase viel Zeit gekostet. Ich habe mich langsam nach vorne gearbeitet, die Spitze war dann aber außer Reichweite.“ Das Duo Basseng / Simon profitierte in der Schlussphase von einem späten Boxenstopp der bis dahin drittplatzierten Andreas und Ralf Schall (beide Dornstadt) im Opel Astra V8 Coupé. Das Vater-Sohn-Gespann fiel hinter Dirk Riebensam (Andernach), Christopher Gerhard (Viersen) und Werner Mohr (St. Ingbert) auf Platz fünf zurück. „Leider hatten wir im Mittelturn Reifenprobleme – die haben uns den zweiten Platz gekostet“, sagte Patrick Simon.

In der Honda Civic Type-R Cup-Klasse waren die beiden Fleper-Piloten Norbert Bermes (Willich) und Harald Thönnes (Mülheim-Kärlich) erstmalig in dieser Saison siegreich. Der Vorsprung auf das VLN Honda Junior-Team mit Christoph Breuer (Nettersheim), Benjamin Koske (Büttelborn) und Demian Schaffert (Aachen) betrug nach 13 Runden 11,215 Sekunden. Den schnellsten Honda S2000 brachten erneut Andreas Mäder (Großkugel) und Reinhold Renger (Rothenburg OdT) ins Ziel. Die trainingsschnellsten Matthias Holle (Diez) und Wolfgang Weber (Albersdorf) büßten mit technischen Problemen bereits in der ersten Runde wertvolle Zeit ein. Ihren dritten Sieg in der Klasse der Peugeot 206 RC schafften Jürgen Nett (Mayen) und Rolf Schütz (Andernach). Das Duo fuhr ein souveränes Rennen und siegte am Ende mit 2:18.122 Minuten Vorsprung vor Guido Thierfelder (Troisdorf) und Sascha Webers (Euskirchen).

Vier Teams haben bislang eine lupenreine Saison abgeliefert und fuhren heute zum jeweils vierten Klassensieg in Folge. Ludger Henrich (Schmitten) und Jürgen Schulten (Hamminkeln) gewannen im Opel Astra OPC, beim 46. ADAC Reinoldus Langstreckenrennen verstärkt durch H. Helmut Engelbracht (Rheurdt), die Klasse V3 (VLN-Serienwagen bis 2.000 ccm Hubraum). In der V1 (VLN Serienwagen bis 1.600 ccm Hubraum) war wieder der Schweizer Solist Max Langenegger im Citroen Saxo VTS erfolgreich und Johannes Paczynski (Mönchengladbach), Bernd Haid (Stockheim) und Heinz-Josef Bermes (Willich) triumphierten im Porsche 993 RSR in der H5 (Gruppe H über 3.000 ccm Hubraum). Zu guter Letzt verteidigte Claudia Hürtgen (Aachen) mit dem vierten Sieg in der Klasse SP10 (Alternative Treibstoffe bis 2.000 ccm Hubraum) die Tabellenspitze.

Der vierte Lauf der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring wurde zwei Mal mit der Roten Flagge unterbrochen. Die ersten Zwischenfälle ereigneten sich nach 42 Minuten. „Es kam auf der Nordschleife zu mehreren Unfällen“, sagte Rennleiter Horst Golombeck (Bochum). „Wir haben das Rennen dann unterbrochen, um die Strecke zu räumen.“ Nach dem Neustart dauerte die Fortsetzung nur fünf Runden. Zwischen den Streckenabschnitten Kallenhard und Wehrseifen rutschte der Porsche 911 GT3 von Robin Clark, Jean Breslin (beide Oberammergau) und Sean-Paul Breslin (Wending) auf einer Ölspur aus und schlug in die Streckenbegrenzung ein. Golombeck: „Die Leitplanke ragte an der Unfallstelle über die Strecke, so dass wir gezwungen waren, das Rennen aus Sicherheitsgründen erneut zu unterbrechen.“ Dank der hohen Sicherheitsstandards in der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, kam es bei den Zwischenfällen zu keinem Personenschaden. Die gesamte Fahrzeit aus allen drei Abschnitten betrug in der Summe mehr als 160 Minuten – der vierte Lauf geht demnach voll in die Meisterschaftswertung ein.