16.05.2006

Qualität und Quantität beim dritten Rennen

Nach knapp einem Monat Pause dröhnen am kommenden Samstag wieder die Motoren in der „Grünen Hölle“. Die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring geht mit einem vollen Starterfeld in ihre dritte Runde. Bei der 37. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy wird die beliebteste Breitensportserie Europas zum ersten Mal in dieser Saison die Maximalstarterzahl voll ausschöpfen. Schon jetzt liegen dem veranstaltenden MSC Adenau e.V. im ADAC mehr als 225 Nennungen vor. Bis zu 230 Fahrzeuge werden am Samstagmorgen das Training aufnehmen können, pünktlich um 12:00 Uhr – High Noon in der Eifel – schickt Rennleiter Peter Bröcher (Olpe) dann maximal 210 Fahrzeuge ins Rennen. Neben der Quantität weiß auch die Qualität zu überzeugen, denn mit neuen Fahrzeugen an der Spitze und im Mittelfeld steht den Zuschauern rund um die 25,888 Kilometer lange Kombination aus Nürburgring Grand-Prix-Kurs und Nordschleife ein heißes Rennen bevor.

Im Kampf um den Gesamtsieg wächst der Druck auf Manthey-Racing. Das Team aus Meuspath am Nürburgring hat die ersten beiden Läufe für sich entschieden. In Abwesenheit der Stammfahrer Lucas Luhr (Monaco) und Timo Bernhard (Miesau) startet Marcel Tiemann (Monaco) bei der 37. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy zusammen mit Arno Klasen (Karlshausen) im Porsche GT3 MR. „Unser Ziel ist, auch dieses Rennen nach Möglichkeit zu gewinnen“, sagt Teamchef Olaf Manthey. „Aber ich gehe davon aus, dass unsere Mitbewerber in der rennfreien Zeit nicht untätig waren und freue mich auf ein spannendes Rennen.“ Manthey spielt auf zwei ebenfalls favorisierte Porsche-Teams aus dem Westerwald an. Während im Team von Wolfgang Land die beiden Stammfahrer Marc Basseng (Leutenbach) und Patrick Simon (Wiesbaden) im Porsche 911 GT3 zum Einsatz kommen, wird Jürgen Alzen (Betzdorf) am kommenden Wochenende von Artur Deutgen (Duisburg) unterstützt. „Wir sind für das Rennen zuversichtlich“, sagt Simon. „Auch wenn wir nach den ersten beiden Läufen noch ohne Ergebnis da stehen, haben wir weiter an dem Setup des Fahrzeuges gearbeitet. Wenn keine Probleme auftreten, sind wir vorne mit dabei.“

Gespannt sein darf man auf das Abschneiden von Dirk Adorf (Hennef), Hermann Tilke (Aachen) und Peter Oberndorfer (Starnberg). Das Trio geht am Samstag zum ersten Mal mit dem neuen Lamborghini Gallardo von Raeder-Motorsport ins Rennen. Das Fahrzeug wurde in den vergangenen Wochen und Monaten von dem Team aus Mönchengladbach von einem Serienauto in einen High-Tech-Rennwagen verwandelt. Teamchef Nici Raeder gibt sich mit Prognosen noch zurückhaltend: „Wir müssen erst einmal schauen, wo wir stehen. Wenn uns die Elektronik keinen Strich durch die Rechnung macht, könnte ein Platz auf dem Podium drin sein.“

Doppelt bissig präsentiert sich die Zakspeed-Truppe: Der Traditionsrennstall aus Niederzissen bringt zum ersten Mal in diesem Jahr zwei Dodge Viper GTS-R an den Start. Dr. Hans-Peter Huppert-Nieder (Kirkel), Peter Zakowski (Niederzissen) und Sascha Bert (Ober-Ramstadt) pilotieren das Schwesterauto von Christopher Gerhard (Viersen), Dirk Riebensahm (Andernach) und Werner Mohr (St. Ingbert), die in den bisherigen Rennen mit technischen Problemen zu kämpfen hatten. Für Farbe im großen Starterfeld der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft sorgen unter anderem der V8 Vantage von Aston Martin Boss Dr. Ulrich Bez (Düsseldorf), Chris Porrit (England), Wolfgang Schuhbauer (Brilon) und sport auto Chefredakteur Horst von Saurma-Jeltsch (Stuttgart) und der Wiesmann R-GT von Ex-DTM-Fahrer Jörg van Ommen (Moers), Tim Schrick (München), Markus Lungstrass (Burscheid) und Uwe Bleck (Ingolstadt).

Die Familie Stuck sorgt für Abwechslung
Für den dritten Lauf des Jahres haben Hans-Joachim und Johannes Stuck (Ellmau und Mauren) die Cockpits getauscht. Mit Ausblick auf das ADAC 24h-Rennen auf dem Nürburgring im Juni startet der Junior für Schubert Motors im BMW 120 d zusammen mit der amtierenden Meisterin Claudia Hürtgen (Aachen) und Torsten Schubert (Oschersleben). Der Senior bestreitet einen Doppeleinsatz und übernimmt zum einen das reguläre Cockpit seines Sohnes im BMW 335 d GTR dieselspeed zusammen mit Henning Meyersrenken (Köln) und Günter Beckers (Viersen). Im Vordergrund steht jedoch der Start im BMW M3 von Duller-Motorsport. Stuck teilt sich das Cockpit mit seinen alten Weggefährten Dieter Quester (Wien) und Artur Deutgen (Duisburg). „Auch wenn dieser Einsatz als Vorbereitung für das 24h-Rennen angedacht ist, bin ich davon überzeugt, dass wir mit dem schnellen und zuverlässigen BMW M3 in die Top 7 fahren können“, sagt Stuck.