11.11.2000

An Spannung ist kein Mangel - Letzter Lauf zum Veedol Langstreckenpokal 200 am 11. November

NÜRBURGRING. Die Meister der 24. Saison im Deutschen Veedol Langstreckenpokal heißen Jens Lührsen (Wildeshausen) und Uwe Unteroberdörster (Lohmar). Das steht seit dem neunten von zehn Läufen vor gut einer Woche fest. Aber der letzte VLN-Lauf der Saison 2000, das 40. ADAC-Reinoldus-Langstreckenrennen des Dortmunder MSC am Samstag, 11. November, leidet durchaus nicht unter zu geringern Spannungsmomenten. Schließlich ist noch nicht geklärt, wer sich „Vizemeister“ nennen darf. Die Frage nach dem Tages-Gesamtsieger ist vor dem letzten VLN-Lauf 2000 ebenfalls nicht einfach zu beantworten. Denn in den bisherigen acht gewerteten Rennen (Lauf Nummer sechs wurde wegen eines Unfalls in der ersten Runde abgebrochen und nicht gewertet) gab es immerhin vier verschiedene Sieger-Teams.

Die sieben besten der in den neun gewerteten Rennen erzielten Ergebnisse werden für den Gesamt-Endstand berücksichtigt. Letztlich entscheidend ist bei gleicher Anzahl von Klassensiegen die Zahl der Teilnehmer in der jeweiligen Klasse. Je mehr, desto besser.

Das Meister-Duo vom Fleper-Team (Oedingen / Sauerland) kam in seiner Klasse (SP1, VLN Specials bis 1400 ccm) mit einem Suzuki Swift zu sieben Klassensiegen. Die Klasse war durchschnittlich gut besetzt. Jedenfalls gut genug, dass Lührsen / Unteroberdörster sich beim ADAC-Reinoldus-Langstreckenrennen sogar eine Nullrunde leisten könnten, was sie natürlich nicht wollen. „Unsere lange Zeit hartnäckigen Verfolger müssten wohl schon so um die 30 Autos in der Klasse haben, um uns noch einholen zu können“, scherzt Unteroberdörster und weiß, dass dies mit der Realität nichts zu tun hat.

Zwischen fünf und elf Fahrzeuge hatten nämlich Harald Thönnes (Mülheim-Kärlich) und Dino Drößiger (Bochum) bisher in ihrer Klasse. Das dürfte auch am kommenden Samstag so sein. Aber es kommt auf jeden Gegner mehr an, den es allerdings zunächst auch zu schlagen gilt. Harald Thönnes wird derzeit in der Tabelle hinter den neuen Meistern an dritter Position geführt. Er hat bei allen acht gewerteten Rennen mit seinem VW Polo die Klasse N1 gewonnen, hat sogar einschließlich der 1999er Saison 13 Klassensiege in Folge erzielt und würde mit einem Sieg beim Reinoldus-Langstreckenrennen einen neuen Rekord aufstellen. Aber zwangsläufig Vizemeister ist er damit noch nicht. Dino Drößiger kann ihn noch auf der Ziellinie abfangen und hat sogar die besseren Karten. Der Bochumer hat zwar bis jetzt nur sechs Klassensiege, aber mehr Punkte, als Thönnes mit seinen besten sechs Ergebnissen aufweisen kann: 56,60 zu 56,37 für Drößiger. Drößiger muss mit seinem Honda Civic auf jeden Fall seine Klasse (H1)gewinnen. Schafft er das, ist er „Vize“. Selbst bei gleicher Starterzahl wie Drößiger ist Harald Thönnes, auch im Falle eines weiteren Klassensieges der Verlierer. Bisher hatte Drößiger stets mehr Gegner als Thönnes. Gilt also für den notorischen Allein-Fahrer aus Mülheim-Kärlich: Hoffen, dass Drößiger nicht seinen siebten Klassensieg erreicht. Im neunten Lauf schied Drößiger aus. „Das soll nicht noch einmal passieren“, wird sich der Bochumer geschworen haben.

Wer VLN-Vizemeister 2000 wird, steht erst am Samstag Nachmittag fest, vorher ist aber, schon sicher, dass die Fans an der Nordschleife, im Fahrerlager und auf der Haupttribüne des verkürzten Grand-Prix-Kurses ein spannendes Rennen sehen werden. Spannung in den Klassen, Spannung aber auch mit Blick auf den Tages-Gesamtsieg.

Olaf Manthey (Meuspath) und Ulrich Galladé (Dortmund) fuhren den Manthey-Porsche 996 GT beim neunten Lauf, dem DMV-Münsterland-Pokalrennen, zum zweiten Gesamtsieg in dieser Saison. Drei Mal stehen der Trierer Carl Reh und Meinhard Rittmeier (Wermelskirchen) in der Liste der Tagessieger 2000. Beim Münsterland-Pokalrennen erlitt ihre Chrysler Viper einen Kupplungsschaden. Der erste Ausfall des 8-Liter-Zehnzylinder-Autos seit seinem ersten Auftritt in der VLN zu Beginn der Saison 1999. Nach wie vor sind Reh / Rittmeier jederzeit für einen weiteren Erfolg gut. Doch der Defekt hat gezeigt, dass die Viper technisch nicht unverwundbar ist, und die Konkurrenz ist ohnehin nähergerückt. Nicht nur Manthey / Galladé, sondern auch andere Porsche-Teams. Zum Beispiel die Zweitplatzierten beim Münsterlandpokal, Wolfgang Destrée / Peter Schmidt (Zornheim / Eltville), können für eine Überraschung sorgen. Weitere Favoriten sind nach ihrem dritten Platz im neunten Lauf Andreas und Ralf Schall (Dornstadt). Wenn ihr Mercedes 190 E hält, dürften sie auch beim Saisonabschluss wieder ganz weit vorne zu finden sein. Und natürlich könnte auch Johannes Scheid (Kottenborn), auf dem BMW M3 GTRS „Made by Scheid Motorsport“, zusammen mit Kurt Thiim Gesamtsieger des zweiten VLN-Laufs, am Saisonende noch einmal „zuschlagen“. In dem jungen Nürburger Mario Merten hat Altmeister Scheid einen schnellen Partner gefunden.

Das 40. ADAC-Reinoldus-Langstreckenrennen geht über vier Stunden auf der 23,8 Kilometer langen Streckenkombination aus Nürburgring-Nordschleife und verkürzter Grand-Prix-Strecke. Nach Ablauf von vier Stunden wird der bis dahin Führende als erster abgewunken.

Zeitplan – Samstag, 11. November: 8.30 Uhr bis 10 Uhr Training
12 Uhr Start zum Rennen über vier Stunden