13.07.2005

Grenzlandrennen läutet die Sommerpause ein

Nürburgring. Mit dem 28. RCM-DMV-Grenzlandrennen beendet die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring am kommenden Samstag ihre erste Saisonhälfte. Für das fünfte Rennen von Europas teilnehmerstärksten Rennserie auf der 24,433 Kilometer langen Kombination aus Nürburgring Sprintkurs und Nordschleife haben sich über 160 Teams angekündigt. Auch wenn die Stammpiloten der Langstreckenmeisterschaft keine unbeschriebenen Blätter sind, sticht ein Fahrer aus der Starterliste hervor: Hans-Joachim Stuck (Ellmau/A). Der BMW-Werksfahrer, der während seiner mehr als 30-jährigen Motorsportkarriere unzählige Rennen gewonnen hat, kann einmal mehr der Faszination „Grüne Hölle“ nicht widerstehen und startet zusammen mit Claudia Hürtgen (Aachen) und Teamchef Torsten Schubert (Oschersleben) auf einem BMW 320i des Rennstalls aus Oschersleben.

Bereits im April hatte Hans-Joachim Stuck am Steuer eines Schubert-BMW Platz genommen. Der Einsatz beim zweiten Saisonrennen war die Vorbereitung auf das ADAC 24h-Rennen auf dem Nürburgring, bei dem der hochgewachsene Wahlösterreicher an der Seite von Dirk und Jörg Müller Zweiter wurde. Bei seinem dritten Renneinsatz in der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft 2005 steht für „Strietzel“ aber der Spaß im Vordergrund. „Damals ging es für mich darum, wertvolle Kilometer auf der Nordschleife zu sammeln“, erklärt Stuck. „Das Rennen hat großen Spaß gemacht und das Team fantastisch gearbeitet. Darum freue ich mich sehr, dass es mit dem erneuten Einsatz klappt.“ Der Ehrgeiz ist groß und an der Seite von Claudia Hürtgen rechnet sich Stuck, der in der vergangenen Woche auf dem Hockenheimring mit dem Schubert-BMW getestet hat, ein gutes Ergebnis in der Klasse der VLN-Specials bis 2.000 ccm Hubraum aus: „Claudia ist für mich in Deutschland ohne Zweifel die schnellste Frau auf vier Rädern. In Sachen Fahrzeugabstimmung ist sie unheimlich kompetent.“

Im Kampf um den Gesamtsieg spielt Hans-Joachim Stuck unter normalen Umständen keine Rolle. An der Spitze des spektakulären Starterfeldes der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft buhlen andere um den Tagessieg: Porsche, V8STAR und BMW M3 GTR. Mit zwei Siegen auf dem Konto ist der schnelle Porsche GT3 RSR von Land-Motorsport im Kreis der Favoriten gesetzt. Nach einem Unfall in der Schlussphase des vierten Rennens vor zwei Wochen hat Pechvogel Marc Lieb (Ludwigsburg) einiges wieder gut zu machen. Manthey-Racing stellte beim vierten Rennen mit dem bulligen Porsche GT3-MR das Siegerfahrzeug. An der Seite von Michael Jacobs (Roedken) agiert beim fünften Lauf Arno Klasen (Karlshausen), der den Platz von Porsche Werksfahrer Lucas Luhr (Monaco) einnimmt. Dass er im Manthey-Porsche schnell ist, muss Klasen niemandem mehr beweisen, denn vor genau einem Jahr entschied er das 27. RCM-DMV-Grenzlandrennen zusammen mit Bert Lambrecht (Belgien) und Teamchef Olaf Manthey (Meuspath) für sich.

Nach fünf Rennen könnte auch die Stunde derer schlagen, die in diesem Jahr noch kein Rennglück hatten – von den technischen Eckdaten und der fahrerischen Leistung aber durchaus in der Lage sind zu gewinnen: Jürgen und Uwe Alzen (beide Betzdorf) im Porsche 996 Turbo, Dirk Adorf (Hennef) und Hermann Tilke (Aachen) im Jaguar V8STAR und Johannes Scheid (Kottenborn), Oliver Kainz (Kottenheim) und Dennis Rosteck (Porta Westfalica) im BMW M3 GTRS.

Eine äußerst interessante Situation bietet sich derzeit im Kampf um die Führung in der Gesamtwertung der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft. Ralph-Peter Rink (Frankfurt) und Andreas Weiland (Bad Vilbel) konnten in drei gewerteten Rennen bislang die meisten Punkte einfahren. Beide starten in der am härtesten umkämpften Klasse N3 bis 2.000 ccm Hubraum – zusammen mit einer unbändigen Schar an Mitbewerbern im Honda Civic Type-R-Cup. Der Markenpokal innerhalb der Langstreckenmeisterschaft ist gerade deshalb bei den Fans so beliebt, weil er packende Positionskämpfe „en masse“ bietet. Hier als Seriensieger hervorzugehen – nahezu unmöglich. Genau das ist jedoch der Grundstein zum Erfolg.

Gleich mehrfach Spannung garantiert
Die Zuschauer können sich bereits jetzt auf ein abwechslungsreiches Rennen freuen, denn Spannung lauert in der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft gleich an mehreren Fronten. Wer holt den Gesamtsieg? Wie kann sich Rennfuchs und Nordschleifen-Ass Hans-Joachim Stuck gegen die schnellen und erfahrenen Stammfahrer durchsetzen? Können Rink und Weiland die Tabellenführung verteidigen? Wer fährt in den insgesamt 20 Klassen auf Platz eins?

Die Antworten liefert das 28. RCM-DMV-Grenzlandrennen am Samstag, den 16. Juli 2005. Das Training zeigt ab 09:00 erste Tendenzen, das Rennen startet wie gewohnt um 12:00 Uhr – „High Noon on der Eifel“ – über die Distanz von vier Stunden. Glaubt man den „Wetterfröschen“, erwartet Fans und Teilnehmer ein trockenes Rennen, Regenwahrscheinlichkeit 10 bis 20 Prozent, bei leicht bedecktem Himmel mit sonnigen Phasen und Temperaturen um 20 °C.

Shuttle-Service wird fortgesetzt
Eine Fortsetzung findet der beim 45. ADAC-Reinoldus Langstreckenrennen erstmalig eingerichtete Shuttle-Service rund um die Nordschleife. Ab 10:00 Uhr verbinden die Busse im Stundentakt die wichtigsten Zuschauerpunkte mit dem Fahrerlager – und das für nur einen Euro pro Einstieg. „Bei den Fans sind die Shuttle-Busse sehr gut angekommen“, weiß VLN-Promotor Karl Heinz Gürthler. Den genauen Fahrplan finden Sie im Internet unter www.vln.de.