22.07.2000

Endspurt in der „ersten Halbzeit“ - RCM-DMV Grenzlandrennen: fünfter Lauf zum Langstreckenpokal

NÜRBURGRING. Nach achtwöchiger Pause dürfen sich die Fans der attraktivsten europäischen Langstrecken-Rennserie für Automobile wieder freuen: Am Samstag, 22. Juli, wird auf dem Nürburgring der fünfte Lauf zum Veedol Langstreckenpokal 2000 gefahren. Das 23. RCM-DMV Grenzlandrennen des Rheydter Club für Motorsport ist die erste Langstreckenveranstaltung auf der Nordschleife des Nürburgrings seit dem 24-Stunden-Rennen (24.25. Juni), bei dem viele VLN-Teams und VLN-Fahrer am Start , und die meisten von ihnen im Rennen erfolgreich waren. Damit lieferten sie zugleich eine gute Visitenkarte für die Qualität des Veedol Langstreckenpokals ab.

Nach dem Renn-Marathon in der Eifel geht es jetzt weiter mit der Marathon-Serie. Organisationschef Hans Hintzen liegen 135 Nennungen für das Grenzlandrennen vor. Hintzen: „Das ist ein ordentliches Ergebnis. Denn wir müssen bedenken, dass beim 24-Stunden-Rennen doch einiges zu Schaden kam, beziehungsweise überbeansprucht wurde. Noch sind sicher nicht alle Fahrzeuge wieder aufgebaut.“ Dafür kann Hintzen sich aber über einen interessanten Neuzugang freuen: Holger Boemans, in Müllenbach am Nürburgring ansässiger Spezialist für die Leistungsüberprüfung von Motoren, hat einen Holden-Commodore gemeldet. Manthey Racing, ebenfalls direkt am Nürburgring, im Gewerbepark Meuspath zu Hause, hat neben dem bekannten Porsche von Ulrich Galladé/Olaf Manthey (Dortmund/Meuspath) einen weiteren Porsche genannt. Zakspeed schickt zwei Chrysler Viper ins Rennen. Carl Reh (Trier) und Meinhard Rittmeier (Wermelskirchen), die Gesamtsieger des vierten VLN-Laufes, fahren einen der Achtliter-Zehnzylinder-Boliden, auf dem anderen ist Peter Zakowski als Fahrer gemeldet.

Der Rheydter Club für Motorsport hat eine interessante Rennserie mit in das Programm genommen, deren Fahrzeuge nicht mehr gerade zu den Jüngsten gehören, die aber für guten Sport nach guter englischer Art stehen. FISC Cup heißt die Serie, bei der MG und Austin Healey-Sportwagen der Baujahre 1955 bis 1976 starten. 42 dieser Flitzer fahren am Samstag. Sie fahren auf dem Kurs, den auch die Teilnehmer am VLN-Lauf fahren, die 23,8 Kilometer lange Kombination aus Nordschleife und Kurzanbindung des Nürburgring-Grand-Prix-Kurses. Hans Hintzen: „Wir wollten die kleinen Engländer nicht nur auf der Grand-Prix-Strecke ihr Rennen fahren lassen. Die bieten so guten Sport, dass wir sie unseren VLN-Fans an der Nordschleife nicht vorenthalten wollten.“ 15.000 Besucher sind inzwischen bei den Rennen zum Veedol Langstreckenpokal die Regel.

Der Start der „kleinen Engländer“ hat auch zu einer Veränderung im sonst bei VLN-Läufen üblichen Zeitplan geführt. Der sieht für den 22. Juli so aus:

8.30 Uhr bis 9 Uhr Training FISC Cup; 9.15 Uhr bis 10.45 Uhr Training VLN; 11.15 Uhr bis 12.15 Uhr Rennen FISC Cup; 12.45 Uhr Start zum RCM-VDM Grenzlandrennen über die Zeitdistanz von vier Stunden. Das Rennen wird abgewunken, wenn der nach vier Stunden Gesamtführende die Ziellinie überquert.

Der Deutsche Veedol Langstreckenpokal befindet sich in seiner 24. Saison. Der Rheydter Club für Motorsport ist zum 23. Mal dabei. Hintzen: „Wir sind seinerzeit eingestiegen, als ein anderer Club wegen finanzieller Schwierigkeiten ausstieg. Wir haben es nicht bereut. Das hat nichts mit der wirtschaftlichen Seite zu tun. Mit dem Langstreckenpokal haben wir aber eine Serie, die für den Breiten-Motorsport in Deutschland und für die traditionsreiche Nürburgring-Nordschleife eine ungeheure Bedeutung hat. Wir sehen uns hier auch in der Verantwortung für den Motorsport in unserem Land.“

Breitensport, das ist die Basis des Langstreckenpokals. Er ist eben keine klassenlose Gesellschaft, in der letztlich doch stets nur der Stärkere gewinnt. Im VLN spielen Klassen eine entscheidende Rolle, wenn es um den Serien-Gesamtsieg geht. Je mehr Teilnehmer in einer Hubraumklasse am Start sind, desto besser für den Sieger und die Platzierten, denn die Wertung berücksichtigt die Zahl der Gestarteten. Es gilt das Motto: Je größer die Konkurrenz, desto mehr Zusatzpunkte.

Von dieser Regelung haben die derzeitigen Spitzenreiter im Gesamtklassement bisher profitiert. Denn Jens Lührsen (Wildeshausen) und Uwe Unteroberdörster (Lohmar) fahren mit ihrem Suzuki Swift in einer Klasse, die relativ stark besetzt ist. Natürlich kommt Lührsen/Unteroberdörster vom Oedinger Fleper-Team auch ihre ungeheure Zuverlässigkeit zu Gute: Vier Klassensiege in vier Rennen haben sie bisher verbucht. Das deutet zweifellos an, dass sie auf Titelkurs sind. Doch das große Ziel selbst ist noch weit. Die Konkurrenz schläft nicht, und außerdem ist zu berücksichtigen, dass für jeden Fahrer zwei Resultate am Saisonende gestrichen werden. Das Fleper-Team stellt auch die momentan Fünftplatzierten, Marcel Hoppe und Thorsten Schwarz, ebenfalls einen Suzuki Swift fahrend. Nach Lührsen und Unteroberdörster rangiert der Mülheim-Kärlicher Harld Thönnes auf dem dritten Platz. Thönnes, der grundsätzlich ohne Partner fährt, brachte seinen VW Polo ebenfalls in allen bisherigen vier VLN-Rennen der Saison 2000 als Klassensieger ins Ziel. Hinter Thönnes taucht mit dem Bochumer Dino Drößiger ein weiterer erfahrener VLN-Fahrer auf. Drößigers Honda Civic hat mit vier Klassensiegen ebenfalls eine makellose Bilanz.

Beim Grenzlandrennen, letzter Lauf der ersten Halbzeit in der insgesamt zehn Rennen umfassenden VLN-Serie, wird die Zahl der bisher in den VLN-Rennen 2000 gestarteten Fahrerinnen und Fahrer mit Sicherheit weiter erhöht. Denn zu den standardmäßigen Teilnehmern kommen immer wieder neue hinzu. 566 Namen stehen bis jetzt in der Teilnehmerliste, ein eindeutiger Beweis für die Beliebtheit des Veedol Langstreckenpokals und seine exponierte Stellung im deutschen Motorsport.