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07.06.2017

Nachlese zum 24h-Rennen: An den VLN-Teams führte kein Weg vorbei

Was wäre das 24h-Rennen ohne die Teams der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring? Sie haben den Langstrecken-Klassiker auch in diesem Jahr wieder dominiert – numerisch wie qualitativ. Die VLN-Teams gewannen nämlich 18 von 20 Wertungsklassen.

Land Motorsport rettete beim finalen Boxenstopp in buchstäblich letzter Sekunde mit einen rechtzeitigen Wechsel auf Regenreifen ein bereits verloren geglaubtes Rennen und holte mit Connor De Phillippi, Christopher Mies, Markus Winkelhock und Kelvin van der Linde den Gesamtsieg und logischerweise auch den Sieg in der Klasse SP9.

Gleich in sechs Wertungsklassen hatten Porsche-Kundenteams die Nase vorn. Mit einem Porsche 911 GT3 Cup MR gewann Manthey Racing mit Stefan Aust, Ralf Oeverhaus und Christian Bollrath die Klasse SP7. Für das Trio verlief das Rennen vom 36. Startplatz und der Pole Position in der Klasse aus absolut nach Plan und über die gesamte Distanz ohne Probleme: Klassensieg und mit Rang 22 drittbester Porsche im gesamten Feld. „Wir haben gut auf das Auto aufgepasst und schön früh geschaltet, um den Motor zu schonen. Das wurde belohnt. Das Auto hat keinen Kratzer, Olaf Manthey muss es nur noch ein bisschen abstauben“, bilanzierte Stefan Aust augenzwinkernd.

Das Black Falcon Team TMD Friction holte mit dem Porsche Cayman GT4 in der Klasse SP10 den Sieg, Mustafa Mehmet Kaya, Carlos Gomez, Ronny Lethmate und Gabriele Piana fuhren außerdem die schnellste Rennrunde der Klasse. Neben dem Klassensieg stand nach 24 Stunden der 33. Platz im Gesamtklassement zu Buche.

Im Porsche 911 Carrera gewannen Saud Al Faisal, Thomas Bolz, Fidel Leib und Aurel Schoeller mit einem Vorsprung von vier Runden die Klasse V6. Teamchef Alexander Böhm zeigte sich zufrieden: „Wie in den vergangenen Jahren hat das Team unermüdlichen Einsatzwillen und eine grandiose Leistung gezeigt. Das wurde mit dem dritten V6-Klassensieg in Folge und dem ersten Klassensieg in der SP10 beim 24h-Rennen belohnt.“

Das Team Care for Climate mit den Fahrern Thomas von Löwis of Menar, Daniel Schellhaas und Axel Duffner siegte mit einem Porsche Cayman GT4 in der Klasse AT (Alternative Treibstoffe). Das Team Teichmann Racing war mit dem Porsche Cayman GT4 Clubsport in der Klasse Cup 3 ebenfalls nicht zu schlagen und landete dort sogar einen Doppelsieg: Daniel Bohr, Fabio Grosse, Maximilian und Kim-Luis Schramm wurden als Klassensieger auf Gesamtrang 30 abgewunken, Platz zwei ging an das Schwesterauto mit Jürgen von Gartzen, Moritz Gusenbauer sowie Markus und Moritz Oestreich. „Der Ring ist der Ring, da kann es in einem Bereich total ruhig zugehen, und im nächsten Abschnitt ist totales Chaos angesagt. Das Auto fuhr problemlos, ich habe mich direkt wohlgefühlt. Unser Vater-Sohn-Gespann ist nicht zum ersten Mal zusammen gefahren, und da ich mittlerweile akzeptiert habe, dass mein Sohn der Schnellere von uns ist, harmonieren wir auch wirklich gut", berichtete Markus Oestreich.

In der V5-Kategorie schließlich führte am Porsche Cayman von PROsport Performance mit den Fahrern Dominik Schöning, Marek Böckmann, Jürgen Nett und Olivier Muytjens kein Weg vorbei; sie kamen in der Gesamtwertung als 53. ins Ziel.

Keinen Klassensieg, dafür aber einige gute Platzierungen kann das PIXUM Team Adrenalin Motorsport vorweisen: Von neun eingesetzten Autos brachte die Mannschaft um Matthias Unger acht ins Ziel, erreichte in allen drei gestarteten Klassen Podestplätze, erzielte je zwei Pole Positions und schnellste Rennrunden. In der V4 vermochten Christopher Rink, Danny Brink, Niklas Steinhaus und Philipp Leisen mit dem BMW E90 ihren Vorjahrestriumph nicht zu wiederholen – Platz zwei in der Klasse. „Wir sind mit der Pole Position sehr gut ins Wochenende gestartet und haben auch die schnellste Rennrunde gefahren. Leider haben wir in der Nacht durch einen defekten Dämpfer Zeit eingebüßt. Damit war der Sieg außer Reichweite,“ rapportierte Christopher Rink. Ebenfalls einen zweiten Platz gab es für Adrenalin Motorsport in der V5 mit Christian Büllesbach, Andreas Schettler, Carlos Arimon und Andre Duve im Porsche Cayman. Direkt dahinter folgten die Teamkollegen Urs Zünd, Christian Teichert, Frederic Ledoux und Daniel Attallah ebenfalls im Porsche Cayman, auf Platz drei. Zweite wurden im BMW M235i Racing Cup (Cup 5) die Adrenalin-Piloten Daniel Zils, David Griessner, Christian Konnerth und Norbert Fischer.

Die Titelverteidigung gelang mathilda racing in der TCR-Klasse. Im Vorjahr konnte der Kölner Rennstall mit dem Seat Leon als erstes Team überhaupt diese Wertung gewinnen. Dieses Mal dominierten Andy Gülden, Benjamin Leuchter, Constantin Kletzer und Dennis Wüsthoff mit dem VW Golf GTI die TCR vom Start bis ins Ziel. Nach 142 absolvierten Runden belegte das Team zudem die 29. Gesamtposition. „Ein fantastisches Ergebnis. Das war ein Rennen, wie wir es uns gewünscht haben", freute sich mathilda-Teamchef Michael Paatz, „bei unserem Top-Fahrzeug lief wirklich alles nach Plan." Auch der Regenschauer eine halbe Stunde vor Rennende konnte den Sieg von mathilda racing nicht mehr gefährden.

Die weiteren Podestplätze in der TCR-Klasse belegten die beiden Audi RS3 LMS von Bonk Motorsport: Hermann Bock, Rainer Partl und Max Partl wurden Zweite, Michael Bonk, Volker Piepmeyer, Andreas Möntmann und Axel Burghardt Dritte. „Zunächst sind beide Autos ohne Probleme gelaufen, auch wenn wir das Tempo des VW Golf nicht mitgehen konnten. Wir wollten mit konstant schnellen Rundenzeiten folgen und auf einen Fehler der Führenden warten“, analysierte Michael Bonk. Probleme mit der Benzinzufuhr machten diese Taktik allerdings zunichte.

Zwei Klassensiege feierte Securtal Sorg Rennsport. Das Team der Brüder Daniel und Benjamin Sorg gewann sowohl bei den Produktionswagen bis 2.500 ccm (Klasse V4) als auch bei den Turbo-Specials bis 4.000 ccm (Klasse SP8T). Über einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg freuten sich in der Klasse SP8T Dirk Adorf, Ricky Collard, Jörg Weidinger und Jethro Bovingdon am Steuer des BMW M4 GT4, den Sorg Rennsport in Kooperation mit BMW Motorsport einsetzte. Außer drei Reifenschäden lief das Sportcoupé absolut problemlos und hatte schließlich zwei Runden Vorsprung. Torsten Kratz, Oskar Sandberg und Kevin Warum holten derweil im BMW 325i den Klassensieg in der Klasse V4. Dazu gab es für Sorg Rennsport noch einen Podiumsplatz bei den hubraumstärksten Produktionswagen bis 3.500 ccm (V6) durch Björn Simon, Nicolas Griebner, Jim Briody und Emin Akata. „Mit dem Abschneiden beim 24h-Rennen sind wir wirklich sehr zufrieden“, erklärten die „Sorg Brothers“ unisono. „Die beiden Siege waren in stark besetzten Klassen souverän herausgefahren.“

Die weiteren Klassen-Sieger:
V3: Team Mathol Racing, Toyota GT86, Jan Sluis, Luca Veronelli, Detlef Wormstall, Christian Kranenberg.
V2T: rent2Drive-FAMILA-racing, Opel Astra J OPC, Lena, Robin und Volker Strycek.
Cup 5: ADAC Team Weser Ems, BMW M235i Racing, Yannick Mettler, Patrick Hinte, Marc Ehret, Michael Schrey.
SP3: Avia Racing, Renault Clio RS Cup, Stephan Epp, Gerrit Holthaus, Michael Bohrer, Michael Uelwer.
SP3T: LMS Engineering, Audi TT RS2, Stefan Wieninger, Andree Ulrich, Daniela Schmid, Christian Schmitz.
SP6: Hofor-Racing, BMW M3 CSL, Christian Titze, Bernd Küpper, Michael Fischer, Cor Euser.
SP2T: Stanco & Tanner Motorsport, Renault Clio Endurance, Stephan Kuhs, Sandro Rothenberger, Sarah Toniutti, Rolf Weissenfels.
SP5: Leutheuser Racing & Events, BMW 1M-Coupe, Harald Rettich, Fabrice Reicher, Dominique Nury, Richard Purtscher.