30.08.2016

Büllesbach über seine Premiere im GT3-Auto

2015 wurde Christian Büllesbach im BMW Z4 des Pixum Team Adrenalin Motorsport Meister in der RCN, gleichzeitig war er in der VLN erfolgreich, so dass er am Ende der Saison die Fahrerwertung der BMW Sports Trophy gewann. Als bester BMW-Privatfahrer weltweit setzte er sich gegen 310 Fahrer aus 29 Ländern durch. Als Extrabelohnung für diese Leistung spendierte BMW dem 29-Jährigen bei der Probe- und Einstellfahrt am Freitag vor dem sechsten Saisonrennen der VLN 55 Runden auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings im BMW M6 GT3 von Walkenhorst-Motorsport.

Herr Büllesbach, wie sehr haben Sie sich auf dieses besondere Geschenk von BMW gefreut?
Die Vorfreude war riesig. Ich meine, dass ich die Chance bekomme, einen GT3 fahren zu dürfen, ist einfach genial. Es war für mich ein unglaubliches Erlebnis, das im Vorfeld auch mit jeder Menge Anspannung verbunden war.

Weil Sie bloß nichts kaputt machen wollten?
Gut, das hätte BMW ja bezahlt (lacht). Nein, natürlich will man nie etwas kaputt machen. Die Anspannung kam aber eher daher, dass ich ja keine Ahnung hatte, wie sich so ein Auto überhaupt fährt und wie ich damit klarkomme.

Und wie sind Sie mit dem BMW M6 GT3 klargekommen?
Es hat mich sehr überrascht, wie gut man mit so einem GT3-Auto zurechtkommt. Natürlich weiß ich nicht, wie es ist, wenn ich die letzten Zehntel aus dem M6 rausquetschen müsste. Insgesamt war das Auto einfach schön zu fahren, und es hat Riesenspaß gemacht.

Wie war das Fahrgefühl?
Das Auto lässt sich viel direkter lenken. Und die Bremse ist schon krass – Wahnsinn wie das Auto verzögert. Ein GT3-Auto generiert natürlich viel mehr Abtrieb. Auch der mechanische Grip ist um einiges größer. Die Autos aus den V-Klassen, die ich gewöhnt bin, arbeiten viel, viel mehr auf der Strecke. Der BMW Z4, den ich letztes Jahr gefahren bin, und der Porsche Cayman, mit dem ich diese Saison unterwegs bin, sind mit einem GT3-Auto überhaupt nicht zu vergleichen. Während der Porsche und der Z4 gar nicht so weit voneinander weg sind, liegen zum GT3 Welten.

Sie sagen, der GT3 sei leicht zu fahren. Ist er deshalb auch weniger anstrengend?
Da sehe ich keinen Unterschied, gerade im Grenzbereich. Die körperliche Anstrengung im GT3-Auto ist hoch. Du musst viel stärker auf die Bremse treten, die Fliehkräfte sind deutlich
größer.

Wieviel fehlte Ihnen nach 55 Runden auf die Top-Zeiten?
Am Anfang bin ich 1:33er-Zeiten gefahren, zum Schluss 1:29er-Zeiten. Da fehlen noch gut zwei, drei Sekunden auf das, was in so einem Auto möglich ist.

Sie sind den BMW M6 GT3 auf dem Grand-Prix-Kurs gefahren. Denken Sie, Sie werden in Zukunft auch mal die Chance haben, ein GT3-Auto auf der Nordschleife zu bewegen?
Das wäre natürlich das absolute i-Tüpfelchen. Wenn ich diese Chance bekommen würde, wäre ich sofort dabei. Realistisch betrachtet muss man aber sagen, dass sich diese Möglichkeit wohl nicht für mich auftun wird. Aber man weiß ja nie, was kommt.