05.08.2016

Zufriedene Newcomer

Ingo Oepen und Sven Hoffmann feierten beim 56. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen ihre VLN-Premiere. Im Rennbericht von Oepen-Motorsport berichtet Hoffmann persönlich von seinen Eindrücken im Rahmen der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring.

Alles fing mit der eindeutigen Ansage meines Partners Ende 2015 an: „Wenn wir nächstes Jahr nicht VLN fahren, dann lassen wir das Ganze hier sein.“ Für meinen Geschmack etwas zu eindeutig.
Dennoch: Wir begannen mit den Vorbereitungen einer unserer beiden BMW E46 325CI. Wir, das sind die Teamchefs und Fahrer Ingo Oepen und ich. Wir entschieden uns, in der Klasse SP4 zu starten, stellten das Team zusammen und studierten die Ausschreibung. Irgendwann wurde es konkret, als etwa das Auto auf einmal mit dem GPS-System ausgestattet war, wir unsere Namen in der Starterliste wiederfanden und uns Richtung Nürburgring in Bewegung setzten. Tatsächlich sollte es für uns zwei Tage später zur ersten Teilnahme in der VLN kommen.


Um alles Weitere mit dem gebotenen Respekt anzugehen, haben wir mit großzügigen Zeitpolstern geplant. So kommen wir auch nicht in Bedrängnis, als unser Auto die technische Abnahme im ersten Anlauf nicht besteht. Es ist etwas enttäuschend, wenn das Auto nicht ganz den Vorstellungen der technischen Kommissare entspricht. Aber es handelt sich um schnell behebbare Kleinigkeiten.

Wir beziehen wir Box 26, die wir uns mit dem renommierten Team Manthey Racing (zwei Porsche 911 GT3 R), mit dem aus der RCN befreundeten Team Gros Motorsport (zwei Opel Astra OPC) und mit dem sympathischen Team Rennwerk (ein BMW E46 M3) teilen.

Samstagmorgen, 8:20 Uhr, Zeittraining. Ingo steigt als Erster ins Auto. Um jedes Risiko zu minimieren, fahren wir beide jeweils nur unsere Pflichtrunde. Wir sind das einzige Auto in der Klasse, müssen also nicht um den Startplatz kämpfen. Ingo kommt rein, Fahrerwechsel. Ich höre mich sagen: „Erzähl mir was.“ Und höre Ingo sagen: „Einfach fahren, alles easy.“ Ich bin überrascht.

Was haben wir nicht alles über diese VLN vernommen? Uns wurde von rabiaten Fahrern erzählt und von einer Rennserie, die längst keine Breitensportserie mehr sei. Wir hörten von professionellen Werksteams, die den kleinen privaten Teams die Luft zum Atmen nähmen. Und mitten drin fahre ich nun über die Nordschleife. Es ist schon etwas anderes als in der RCN, in der wir seit 2007 aktiv sind. Natürlich überholen mich reihenweise „dicke“ Autos. Aber es klappt. Ich zeige deutlich an, wohin ich zu fahren gedenke, und die Überholer nutzen den Platz, den ich ihnen lasse. Das klappt tatsächlich. Ehe ich mich versehe, schieben unsere Leute das Auto zurück in die Box. Zeittraining geschafft, 11:33.795 Minuten. Alles andere als eine Glanzleistung, aber wir sind zufrieden.

Wie die Geschichte weitergeht? Das steht in der nächsten Ausgabe der VLN racing news, die pünktlich zum sechsten Lauf erscheint; ab Freitag vor dem Rennen vor Ort oder ab Samstag im Netz auf www.vln.de.