06.05.2016

Kollegiales Miteinander in der SP2T

Eigentlich ging zunächst alles schief, was nur schiefgehen konnte. Und dennoch feierten Jürgen Bretschneider, Ralf Zensen und Ralph Beck im BMW Mini am Ende des zweiten Laufes der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring einen souveränen Sieg in der Klasse SP2T. Die Ereignisse in dieser Klasse zeigen eindrucksvoll, was die VLN, neben dem spannenden Kampf um Punkte und Klassensiege, auszeichnet: ein kollegiales Miteinander – auch unter Konkurrenten.

So schien das Wochenende für das Trio des Nexen Tire Motorsport Teams bereits im Zeittraining vorzeitig beendet zu sein. Als Jürgen Bretschneider im Mini auf der Jagd nach einer möglichst guten Rundenzeit unterwegs war, passierte es: plötzlicher Leistungsverlust am Vierzylinder – Bretschneider steuerte die Box an. Das Problem wurde recht schnell gefunden, war damit aber längst noch nicht behoben. Es stellte sich heraus, dass das defekte Teil nicht zu beschaffen war. „Wir waren kurz davor unsere Sachen zu packen“, erzählt Teammanager Frank Gehlen.

Doch ausgerechnet die Klassenkonkurrenten Oliver Schumacher und Ernst Berg – die Klassensieger des Auftaktrennens – zeigten sich als Helfer in der Not. Der von ihnen eingesetzte Peugeot RCZ wird vom gleichen Aggregat angetrieben wie der Mini, und das fehlende Ersatzteil war vorhanden und wurde an die Konkurrenz weitergereicht. „Nur ihnen haben wir es zu verdanken, dass wir unser Auto noch rechtzeitig zum Start reparieren konnten“, bekannte ein äußerst dankbarer Gehlen.

Aufgrund des vorzeitigen Endes im Zeittraining musste Startfahrer Bretschneider von der letzten Position aus starten. Was er und seine Teamkollegen von dieser Ausgangsposition jedoch machten, konnte sich sehen lassen. Bei ständig wechselnden Bedingungen spielten die hervorragenden Fahreigenschaften des Mini auf nassen Untergrund dem Team in die Karten. Im Laufe des vierstündigen Rennens machten Bretschneider, Zensen und Beck über 60 Plätze gut und ließen alle SP2T-Konkurrenten hinter sich. Auf dem ersten Klassenrang und dem 115. Gesamtrang kam der Mini ins Ziel. „Dieses Rennen hat für uns so ziemlich alle denkbaren Höhen und Tiefen bereitgehalten. Am Ende hat aber alles gepasst“, sagte ein äußerst glücklicher Zensen im Ziel.

Ironie der ganzen Geschichte: Das so hilfsbereite Duo Schumann/Berg hatte letztlich weniger Glück. Für sie war das Rennen nach zwölf Runden – in Führung liegend – vorzeitig beendet.
„Die Warnleuchten am Dashboard sind an, die Temperatur stiegt“, meldete Ernst Berg per Funk und fuhr daraufhin an die Box. Bei der Kontrolle stellte das Team einen deutlichen Flüssigkeitsverlust im Kühlsystem fest, woraufhin sich die Crew entschied das Rennen vorzeitig zu beenden, um größeren Schaden zu verhindern.