06.04.2016

Porsche GT3-Crews beim Auftakt vom Pech verfolgt

Er feierte bereits beim neunten Lauf der Vorsaison seinen ersten Renneinsatz in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring – damals eine Weltpremiere. Im Jahr 2016 soll der neue Porsche 911 GT3 R endgültig zeigen, was in ihm steckt. Drei große VLN-Teams - Manthey Racing, Frikadelli Racing und Falken Motorsports - setzen in dieser Saison auf das GT3-Spitzenmodell aus Zuffenhausen. Beim Auftaktrennen am 2. April hatten die Porsche-Crews jedoch mit Problemen zu kämpfen, die eine Top-Platzierung zunichte machten. Probleme, die jedoch nicht vom neuen 911er hervorgerufen wurden.

Nach dem Training am Morgen hinterließen die beiden Porsche vom Team Manthey zunächst den besten Eindruck der 911 GT3 R. Earl Bamber und Patrick Pilet setzten die siebtbeste Zeit (8:10.640 Minuten), Jörg Bergmeister und Fred Makowiecki durften vom zwölften Startplatz aus beginnen.

Im Rennen war es dann aber das Kultteam aus Barweiler, Frikadelli-Racing, das für die ersten Führungskilometer des neuen Porsche verantwortlich zeichnete. Patrick Huismann war vom 22. Platz gestartet und hatte kurz vor seinem Stopp in der achten Rennrunde die Spitze des Feldes übernommen. Dennoch haderte der Niederländer mit dem Setup des Wagens: „Wir haben das Auto am Freitagabend nochmal umgebaut, das war vielleicht ein Schnellschuss. Das Setup fühlte sich für die Nordschleife sehr hart an, das Auto sprang zu viel.“

Weitaus größere Schwierigkeiten verursachte jedoch der anschließende Stint von Norbert Siedler. Im Streckenabschnitt Hatzenbach kollidierte er mit dem Mercedes-AMG GT3 vom Team HTP Motorsport. „Er hat plötzlich auf der Geraden gebremst“, gab Fahrer Stefan Mücke später zu Protokoll. Während der Mercedes in der Folge das Rennen in der Box aufgeben musste, überstand der Frikadelli-Porsche das Rennen – wenn auch schwer gehandicapt. „Mein Hintermann fuhr mir zweimal ins Heck und hat mich quergestellt. Am Ende war der Unterboden beschädigt“, berichtete Siedler. Für die beiden übrigen Frikadelli-Piloten, Klaus Abbelen und Sabine Schmitz, erschwerte dies die Aufgabe in der „Grünen Hölle“, doch letztlich wurde die schnellste Frikadelle der Welt auf dem 23. Platz abgewunken.

Die beiden Manthey-Porsche lagen hingegen noch nach gut drei Stunden voll auf Podiumskurs. Das Duo Bamber und Pilet führten zur Hälfte das Rennens sogar das Feld an, pendelten sich in der folgenden Stunde – wie das Schwesterauto auch - in Schlagdistanz zu den Top-Drei ein. Innerhalb von rund zehn Minuten waren dann jedoch alle Podiums-Träume dahin. Zunächst ereignete sich am Porsche von Bergmeister/Makowiecki ein Reifenschaden, wenig später ereilte Bamber/Pilet dasselbe Schicksal. Beide Wagen lagen zum Zeitpunkt des Unglücks auf einem dritten Gesamtrang. Am Ende belegten sie die Ränge zehn (Bamber/Pilet) und elf.

Als drittbester Porsche des Auftakts wurde der 911er von Falken Motorsport auf dem 18. Gesamtplatz abgewunken. Das Trio Peter Dumbreck, Alexandre Imperatori und Martin Ragginger erlebte zwar ein Rennen ohne Zwischenfälle, hatte jedoch vor allem die Optimierung des Autos im Sinn. „Ich hatte schöne Zweikämpfe und viel Spaß im Auto“, sagte Ragginger. „Heute ging es aber vor allem darum, Kilometer abszuspulen und die Fahrwerksabstimmung zu optimieren.“ Das gelang – der Porsche funktionierte tadellos.

Das hätte sich auch das Wochenspiegel Team Manthey gewünscht. Doch der VLN-Auftakt verlief extrem ärgerlich. Von der 21. Startposition war das Quartett Georg Weiss, Oliver Kainz, Jochen Krumbach und Mike Stursberg ins Rennen gestartet – bereits in der ersten Runde war der Auftritt in der Eifel aber abrupt beendet. Startfahrer Krumbach kam mit dem Porsche Ausgang Fuchsröhre von der Strecke ab und prallte in die Leitplanke – ein in der Kürze irreparabler Schaden.