31.03.2016

Tim Schrick geht mit eigenem Team an den Start

Nahezu auf den letzten Drücker hat es das Team Roots Racing geschafft. Zur Probe- und Einstellfahrt auf dem Nürburgring reichte es noch nicht ganz. Beim Saisonstart der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring steht der in Eigenregie aufgebaute Subaru BRZ aber bereit.

„Ende Januar ist das Auto vom Käfigbauer gekommen. Seither geben wir absolut Vollgas“, sagt Tim Schrick, der gemeinsam mit Holger Spelsberg das Team Roots Racing gründete – beide wollen in allen zehn VLN-Läufen in der Gruppe SP3 im Cockpit sitzen. „Wir haben gut geplant, letztlich hat es aber doch etwas länger gedauert - das ist irgendwie immer so. Es war jede Menge Arbeit und sehr anstrengend, aber auch supergeil und spaßig. Ich glaube, wir haben nun ein ganz nettes Auto zusammengekriegt.“

Ein kurzer Rollout funktionierte wunschgemäß, der Subaru scheint für die Nordschleife gerüstet. Die Piloten sind es ohnehin. Schrick und Spelsberg sind Motorsportler durch und durch und wollen mit ihrem Projekt in erster Linie die Tradition des Breitensports an der Nordschleife in den Fokus rücken – mit ihrem Team lassen sie den Traum ihrer Väter Wirklichkeit werden.

Peter Schrick und Eckhard Spelsberg lernten sich 1958 im Studium kennen, rüsteten gemeinsam einen BMW 700 auf, träumten von einem gemeinsamen Motorsport-Team und nahmen in den 1960er-Jahren an diversen Rennen teil – mit Erfolg. Nach einem Sieg auf der Nordschleife wurde der Traum vom gemeinsamen Team jedoch jäh beendet: Formel 1-Legende Stirling Moss überreichte den Siegerpokal, die Presse berichtete, das Elternhaus Spelsbergs erfuhr vom Triumph und war nicht erfreut. Schließlich sollte sich Eckhard nicht auf der Rennstrecke, sondern im eigenen Unternehmen verwirklichen – das Ende der gemeinsamen Team-Planungen.

Eine gute Basis für das ambitionierte Projekt
Als sich die Söhne der beiden im Herbst des vergangenen Jahres mal wieder über den Weg liefen - Tim Schrick fuhr in einem Subaru BRZ herum - wurde das Ziel der Väter wieder aufgegriffen. „Ich sagte zu Holger, dass dieses Auto von der Basis her mega ist. Der ist superleicht gebaut, kompakt, verwindungssteif und hat Heckantrieb. Der BRZ wäre perfekt als SP3-Auto“, erzählt Schrick. „Daraufhin haben wir ein wenig rumgesponnen, Holger fand die Idee zu meiner Überraschung gut und wollte dann gleich Nägel mit Köpfen machen.“

In Anlehnung an ihre Väter wurde die Firma Roots Racing kurzerhand aus der Taufe gehoben – die Aufgaben sind seither klar verteilt. Schrick: „Ich bin eher so der Freigeist und Holger der Korrekte, der auch gerne mal Zuhause die Excel-Tabellen zelebriert.“ Eine gut funktionierende Kombination, die ein knapp zehnköpfiges Team in der VLN-Saison 2016 anführen wird.

Der Zeitplan bis zum Saisonstart war ambitioniert, im Endeffekt aber ausreichend. „Wir wollen dazu beitragen, dass der Breitensport wieder populärer wird und diesen auch medial abbilden. Deshalb werde ich regelmäßig über Soziale Netzwerke und Youtube Videos und Informationen über unsere Vorbereitung und den kommenden Saisonverlauf veröffentlichen. Wir wollen das alles etwas greifbarer machen und zeigen, wie viel Bock es macht, seine eigenen Vorstellungen zu verwirklichen“, so Schrick.

Der 40-Jährige absolvierte 2014 seine bisher einzige komplette VLN-Saison. Mit Hannu Luostarinen sicherte er sich den Opel Astra OPC Cup und musste sich nur knapp den VLN-Meistern Rolf Derscheid und Michael Flehmer geschlagen geben. Ob das Team mit dem Subaru in der Klasse SP3 an diese Erfolge anknüpfen kann, wird sich zeigen. Schrick ist der Erfolg, aber vor allem das Erlebnis Nordschleife wichtig. „Wir versuchen eine gesunde Mischung aus ernsthaften Motorsport und dem geselligen Bierchen am Abend zu finden. Das entspricht meiner Vorstellung vom Motorsport und auch meiner Natur“, so Schrick, dessen Projekt eine Herzensangelegenheit ist. „Ich will zeigen, dass wir ein Auto aufbauen und erfolgreich sein können. Wir machen nichts Kühles und Berechnendes, sondern stecken in unsere Arbeit sehr viel Emotion. Schließlich führen wir die Idee unserer Väter weiter. Holger bezeichnet mich oft als seinen Leihbruder, und sein Vater ist so etwas wie mein Mentor. Da liegt es schon in der Natur der Sache, dass bei uns viel Leidenschaft dabei ist. Das wollen wir auch transportieren.“


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