27.11.2015

Die Regeländerungen 2016

Nicht selten sind Veränderungen nötig, um mit dem Wandel der Zeit Schritt zu halten. Das gilt auch, oder besonders für die VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. So wird es 2016 einige Anpassungen im Reglement geben, die der beliebten Breitensportserie ihren Fortbestand sichern sollen und auf die aktuelle Problemstellungen auf und rund um den Nürburgring reagieren. VLN-Generalbevollmächtigter Karl Mauer stellt klar: „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Modifikationen von Jahr zu Jahr – das ist nun auch ein rollender Prozess. Aber ich sehe im Moment keinen Punkt, an dem wir befürchten müssten zu stolpern oder gar abzustürzen.“ So werden in der Saison 2016 die ungeliebten Slow-Zones sowie einige Klassen wegfallen, ein Cup kommt hinzu und die Nenngelder werden neu gestaffelt.

„Wir hatten im vergangenen Jahr 27 unterschiedliche Klassen in der VLN. Wir stellen aber fest, dass es darunter Klassen gibt, die teilweise überhaupt keine oder nur ein, zwei Teilnehmer haben“, sagt Mauer. Das gilt beispielsweise für die SP1. Sie wird es ab 2016 nicht mehr geben. Alle Fahrzeuge, die nicht mit Benzin im Tank fahren, werden in die AT-Klasse eingestuft. Modifikationen gibt es zudem in der Gruppe H, in der es vier unterschiedliche Klassen gibt. Waren dort bisher Autos mit einem Baujahr bis 2005 startberechtigt, dürfen sich nun auch Wagen die bis zum Jahr 2008 gefertigt wurden eintragen. Die Gruppe H, die als Sammelbecken für Fahrzeuge gedacht ist, die aufgrund der abgelaufenen Homologation in anderen Klassen nicht mehr teilnehmen dürfen, steht aber weiterhin auf dem Prüfstand. Mauer: „Ab 2017 werden wir dort nur noch für bis zu zwei Liter und über zwei Liter Hubraum ausschreiben.“ Dass überhaupt Klassen gestrichen werden müssen, ist für Mauer ein unumgängliche Notwendigkeit: „Wir wollen uns bemühen, jedem, der mit einem Auto auf niedrigem Kostenlevel teilnehmen will, die Möglichkeit zu bieten. Wir können aber nicht endlos Klassen hinzufügen und keine streichen. In jeder Klasse rufen wir schließlich einen Sieger aus und übergeben Pokale. Die Siegerehrung wäre eine endlos lange Dauerwurst. Auch sportlich würden so viele Klassen die VLN nicht weiter bringen.“

Beim Stichwort Kostenlevel spielen unter anderem die Nenngelder eine nicht unbedeutende Rolle. Die Staffelung dieser ist in der Saison 2016 neu geregelt. So wird das Nenngeld in der niedrigsten Kategorie, der Einsteigerebene, von 650 Euro auf 600 Euro gesenkt. Bei der Zwei-Liter-Turbo-Klasse für Produktionswagen sinkt der Betrag von 1.000 Euro auf 600 Euro. Mauer: „Damit wollen wir sagen: Ihr seid uns willkommen. Wir versuchen, euch im Rahmen unserer Möglichkeiten den Einstieg zu erleichtern.“ Diese Botschaft soll in den Rennen vier, fünf und sechs noch verstärkt werden. Es sind die VLN-Läufe nach dem 24h-Rennen, die aus der Erfahrung heraus immer etwas schwächer besetzt sind. In diesen Rennen halbiert sich das Nenngeld für VLN-Neueinsteiger in den Kategorien 600 Euro und 1.000 Euro. Mauer: „Zudem bieten wir eine Art Starterpaket, bei dem das GPS-System beispielsweise geliehen anstatt gekauft werden kann.“

Um die geringeren Einnahmen bei den kleineren Autos auszugleichen, müssen die Teilnehmer in den höheren Nenngeld-Kategorien etwas tiefer in die Tasche greifen. Doch ist die Regelung in der Gesamtbetrachtung fair geregelt. Mauer: „Wir haben mit vielen Teamchefs gesprochen und gefragt, was sie der Einsatz bei einem Vier-Stunde-Rennen kostet. Über den Daumen gepeilt kann man anhand dieser Recherche sagen, dass das Nenngeld in allen Kategorien in Zukunft rund zehn Prozent der Gesamtkosten ausmachen wird.“ So wird die Nenngeld-Kategorie 1.200 Euro im Jahr 2016 auf 1.500 Euro angehoben. Der Einsatz eines Porsches 911 in der SP7 kostet rund 15.000 Euro. Bei den teuersten Autos, den GT3-Fahrzeugen, wären anhand der Einsatzkosten-Berechnung circa 4.000 Euro bis 5.000 Euro Nenngeld fällig. Doch müssen die Teams für die Einzelnennung lediglich 3500 Euro zahlen. Mauer: „Alles andere wäre einfach zu hoch. Außerdem müssen wir unsere Stammkunden in diesem Fall nochmals gesondert betrachten.“ So haben regelmäßige Teilnehmer die Möglichkeit, alle zehn VLN-Läufe für insgesamt 30.000 Euro im Block zu buchen. Zudem bekommen diese Teams nochmals einen 1.000 Euro-Rabatt für jedes Rennen, das sie im Jahr 2015 bestritten haben. Mauer: „Wenn ein Team 2015 alle Rennen bestritten hat, zahlt es über das gesamte Jahr 2016 folglich nur 20.000 Euro Nenngeld, was lediglich 5.000 Euro über dem bisherigen Jahres-Nenngeld liegen würde.“

Ob Neuling oder Stammgast, sie alle können dank der Umbauten am Nürburgring 2016 wieder Vollgas geben. Die Slow-Zones, in denen eine Höchstgeschwindigkeit von 200 bzw. 250 Stundenkilometern vorgeschrieben waren, fallen weg. Auf der schönsten, längsten und anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt darf sich jeder Fahrer wieder ungehindert an sein persönliches Limit herantasten.