11.11.2015

Finale aus Mathol-Sicht: Kurios und erfolgreich

Kurios, spannend und erfolgreich – so lässt sich für Mathol Racing das Finale in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring zusammenfassen. Zweimal auf Platz eins im Ziel, einen neuen Rekord im Civic, alle acht gestarteten Autos in Wertung – viel besser hätte es beim letzten Lauf des Jahres kaum laufen können. Für viel Spaß sorgten die „Bentley-Boys“ in den beiden Honda Civics.

Teamchef Matthias Holle war nach dem Rennen wegen eines Protestes gegen Mathol Racing durchaus ungehalten. Letztlich stand aber das Sportliche für ihn im Vordergrund. In dieser Beziehung durfte er in den ersten Runden des Rennes gleich zwei spektakuläre Zweikämpfe miterleben.

Zum einen in der Klasse V6, in der Ivan Jacoma und Claudius Karch am Ende die Nase vorne hatten. Zehn Runden lang passte zwischen den Zimmermann-Cayman von Mathol und dem Porsche 991 von aesthetic racing kein Blatt. Kontrahent Yannick Fübrich lieferte sich mit Claudius Karch einen harten und engen Fight. Mal kam der Zimmermann-Cayman als Erster von der Nordschleife zurück, mal sein Widersacher. „Ein großes Komliment an aesthetic racing, die wirklich einen tollen Kampf geliefert haben.“ Unglücklicherweise endete das Rennen der Konkurrenten vorzeitig in der Leitplanke. „Wir hoffen, dass Yannick unverletzt geblieben ist. Schade, dass der Kampf so schon vorzeitig entschieden war“, sagte Holle, der sich schon jetzt auf die Saison 2016 in der Klasse V6 freut. Der zweite Cayman von Mathol Racing konnte das Tempo vorne nicht ganz mitgehen, lieferte aber dennoch eine gute Leistung mit Klassenrang sechs ab.

Gute Laune bekam Holle auch beim Blick in die Klasse SP10. Denn Wolfgang Weber, Hendrik Still und Norbert Bermes gewannen erneut die Klasse mit dem Aston Martin Vantage V8 GT4 in den Avia-Farben. Allerdings war der GT4-BMW von Sorg Rennsport unerwartet stark unterwegs. „Die Sorg-Jungs scheinen etwas gefunden zu haben, was über Jahre in den Tiefen des BMW geschlummert hat.“ Aber das Mathol-Trio ließ sich davon nicht beeindrucken und setzte sich letztlich mit fast drei Minuten Vorsprung gegen die Konkurrenz durch. Auf Rang drei folgte mit dem Stadavita-Aston das zweite Auto von Mathol Racing.

Für Furore sorgten zum zweiten Mal in Folge die „Bentley-Boys“, die für ihre Nordschleifen-Permit-A in zwei Honda Civics von Mathol Racing kletterten. Mit Unterstützung von Dominik Fugel konnten sich letztlich Maxime Soulet, Andy Soucek und Jules Szymkowiak ihre nötigen Runden sichern, um im kommenden Jahr mit einem GT3-Auto antreten zu können. Den Funkspruch des Tages hörte Matthias Holle im ersten Renndrittel: „I think I have a rear-bumper at my front-bumper“, quäkte es im Kopfhörer des Teamchefs. Bei engen Zweikämpfen hatte sich an der Abschleppöse eines der beiden Civics eine Heckschürze eines BMW verhakt. Drei Runden lang fuhr der Civic die Schürze spazieren. Beim Boxenstopp kam dann Mannheller Racing vorbei und dankte Mathol Racing für die schnelle, wenn auch ungewöhnliche Teilelieferung.

Zufrieden war Matthias Holle auch mit dem Auftritt in der BMW Cup-Klasse. Der racenavigator-BMW mit Christian Volz, Andre Duve und Domenico Solombrino landete am Ende auf Rang 13 in der hart umkämpften Klasse. Dagegen musste der Avia-BMW wegen Getriebeproblemen in den letzten Runden ein wenig langsamer zu Werke gehen, was Platz 17 in der Wertung erklärt.

Holle: „Rückblickend hatten wir wirklich eine gute Saison. In der Klasse SP10 haben wir unsere Vorherrschaft behauptet, auch wenn wir leider zu wenige Starter in der Klasse haben, um hier in der Meisterschaft ein Wörtchen mitreden zu können. Ich bin sehr stolz auf die gesamte Mannschaft und freue mich schon auf das nächste Jahr. Die Winterpause haben sich alle redlich verdient, wobei ich nur kurz durchatme und dann die Saison 2016 plane. Wir freuen uns auf die Anfragen von interessierten Fahren und Fahrzeugbesatzungen. Es ist unerheblich, ob es sich um potenzielle Klassensieger, Gentlemandriver oder Einsteiger handelt.“



"Mathol-Racing".