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31.10.2015

Groneck-Brüder sichern sich ihren zweiten VLN-Titel

Das Finale der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring war an Spannung nicht zu überbieten. In einem packenden Rennen sicherten sich Dirk und Tim Groneck nach 2013 ihren zweiten Titel in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. „Das ist einfach der Wahnsinn“, war die Freude bei den Brüdern groß. „Wir haben eine starke Saison hinter uns und bis zum Schluss alles gegeben. In dieser fantastischen Serie zum zweiten Mal Meister zu sein, macht uns mächtig stolz.“ Nicht nur der Kampf um die Meisterschaft war hart umkämpft, auch der Gesamtsieg beim 40. DMV Münsterlandpokal war bis zum Schluss offen – und endete mit einer großen Überraschung: Manuel Metzger, Philipp Eng und ‚Gerwin’ feierten im Porsche 911 GT3 Cup des Black Falcon Team TMD Friction den ersten Sieg eines SP7-Fahrzeugs seit dem 29. August 2009. Das Trio wurde nach 17 Runden mit einem Vorsprung von 1:55,852 Minuten vor dem zweitplatzierten SCG003C der Scuderia Cameron Glickenhaus abgewinkt. Das amerikanisch-italienische Team rund um Eigner James Glickenhaus feierte mit den Piloten Manuel Lauck, Franck Mailleux und Jeroen Bleekemolen den ersten Podestrang für den spektakulären Kleinserien-Sportwagen. Auch Platz drei ging an einen SP7-Porsche. Für Frikadelli Racing stiegen Frank Kräling und Christopher Brück auf das Siegerpodest. Eine 30-minütige Zusammenfassung des VLN-Finalrennens zeigt der Sender Sport 1 am 7. November um 11:30 Uhr.

„Daran kannst du dich einfach nicht gewöhnen“, sagte Tim Groneck. „Dieser Moment ist unbeschreiblich. Der zweite Titel hat für uns definitiv die gleiche Bedeutung wie der erste.“ Die Ausgangslage vor dem Finale: Stefan van Campenhoudt führte das Tableau mit hauchdünnen 0,07 Punkten an. Wegen der ausgefeilten Formel, die in der Langstreckenmeisterschaft seit jeher für Gerechtigkeit sorgt, stand vor dem Finale fest: Sollten die Groneck-Brüder innerhalb der Top-3-Positionen in ihrer Klasse besser oder gleichplatziert zu van Campenhoudt sein, würden Sie den Titel einfahren. Am Ende kam der Belgier im Rennen über Platz zwei nicht hinaus – der Rest ist ab heute Geschichte. Zu den ersten Gratulanten zählten Rolf Derscheid und Michael Flehmer, die im Vorjahr zu Meisterehren kamen und den Titel nun in guten Händen wissen. Das Duo war auch in diesem Jahr bei der Musik und belegte am Ende Rang sieben in der Meisterschaft.

Der 40. DMV Münsterlandpokal wurde aufgrund von Nebel und starker Sichtbehinderung mit Verspätung aufgenommen. Das Rennen startete um 13:50 Uhr und war auf die verkürzte Distanz von drei Stunden angesetzt. Als elf Minuten vor Schluss der Nebel erneut dichter wurde, entschied die Rennleitung, das Rennen vorzeitig mit der Roten Flagge zu beenden. Da zum Zeitpunkt des Abbruchs mehr als 160 Minuten absolviert waren, geht das Rennen mit voller Punktzahl in die Wertung ein.

Die Pole-Position sicherten sich im Zeittraining Jesse Krohn und Victor Bouveng im BMW Z4 GT3 des Teams Walkenhorst Motorsport powered by Dunlop. Das Duo beendete das Rennen auf dem sechsten Rang. Die meisten Führungsrunden absolvierten Dennis und Marc Busch im Audi R8 LMS ultra. Das Brüderpaar steuerte nach 15 Runden planmäßig die Box an und hatte am Ende aufgrund des vorzeitigen Abbruchs das Nachsehen. Am Ende blieb ihnen der undankbare vierte Rang vor dem Wochenspiegel Team Manthey.

„Wir dachten zunächst, wir wären Zweite. Selbst der zweite oder dritte Platz wäre eine Sensation für uns gewesen“, sagte Metzger, der seinen zweiten VLN-Sieg in Folge feierte. „Der Rennabbruch ändert nichts an unserer Freude, manchmal braucht man eben auch Glück. Unser Auto war heute extrem schnell. Wir hatten die richtigen Reifen und die richtige Abstimmung bei diesem Wetter. Für Gerwin freut mich das besonders. Er ist im vergangenen Jahr noch Serienwagen gefahren. Wir haben viel Coaching gemacht und nun durfte er die Lorbeeren ernten.“ Profitiert von dem Abbruch haben auch die Zweitplatzierten. „Wir hatten kurz vor der roten Flagge Probleme mit der Benzinpumpe“, sagt Jeroen Bleekemolen, der sein Debüt bei Glickenhaus gab. „Wir sind wieder rausgefahren, aber eigentlich war ich schon fast auf dem Weg nach Hause. Vom Speed her waren wir aber dabei. Ich habe mir im Dezember die Werkstatt angeschaut, da gab es noch viel Arbeit. Mittlerweile sind richtige Rennautos daraus geworden.“

Neben der Entscheidung um die Meisterschaft sind nun auch Sieger in den weiteren Wertungen gekürt. Für Van Campenhoudt ist Platz eins in der VLN Produktionswagen Trophäe ein kleiner Trost für die vergebene Meisterschaft. Die VLN Speed Trophäe geht an den Walkenhorst-BMW mit der Startnummer 36. Arne Hoffmeister und Fabian Wrabetz standen bereits vor dem Finale als Sieger des TMG GT86 Cup fest. Neue Champions im Opel Astra OPC Cup sind der Luxemburger Daniel Bohr und seine beiden finnischen Mitstreiter Juha Hannonen und Jari Jari Nuoramo. Das Trio zeichnete sich vor allem durch Konstanz aus und fuhr am Ende ohne einen einzigen Klassensieg zum Titel. Die Klassenergebnisse der V6 (Protest) und der Cup5 (technische Nachuntersuchung) sind ausgesetzt. Die Sieger der VLN Junior Trophäe und des BMW M235i Cup stehen demnach noch nicht fest.

Der nächste Pflichttermin für Teilnehmer und Fans der VLN ist die Essen Motor Show vom 27. November bis 6. Dezember. In Halle 6 präsentiert sich die einzigartige Nordschleifen-Rennserie – die Besucher erwartet eine Reihe von VLN-Rennfahrzeugen – unter anderem das neue Meisterauto – sowie eine Fülle an Informationen zur neuen Saison 2016.