31.10.2015

Erster Sieg des 2011er Champions

Stoßstange an Stoßstange fuhren die beiden Mercedes-AMG SLS GT3 am 17. Oktober rundenlang über die Nordschleife und lieferten sich einen packenden Kampf um den Gesamtsieg. Doch als das Pendel gerade zu ihren Gunsten auszuschlagen schien, ereilte Christian Hohenadel und Klaus Graf im Rowe-Flügeltürer ein technischer Defekt. Der neunte Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring war entschieden: Überglücklich feierte Manuel Metzger mit Yelmer Buurman, Hubert Haupt und Adam Christodoulou nach vier Stunden für das Team Black Falcon den Sieg. Für Metzger war es der größte Triumph seiner Karriere: „Sensationell. Dass mein zweites Rennen im GT3 Auto in diesem Jahr so endet, war absolut nicht zu erwarten.“ Für den Schweizer war es bereits der zweite Anlauf in einem GT3-Wagen. In der Saison 2012 versuchte er sich schon einmal auf dem SLS von Black Falcon, hatte aber nur wenig Erfolg. Für ihn damals ein Rückschlag, hatte er in der Vorsaison doch eigentlich alles in der VLN gewonnen, was es zu gewinnen gab. Die erste VLN-Saison in Metzgers Laufbahn hätte kaum besser verlaufen können. Als er am 2. April 2011 im Cockpit eines BMW Z4 Platz nahm, hatte er die berüchtigte Nordschleife zuvor nur zweimal bei Rennen des Renault Clio Cups umrundet – und machte gleich mit den Tücken der Strecke Bekanntschaft. Metzger: „Im meinem zweiten Rennen war es nass und ich habe das Auto ziemlich zerschrottet. Da habe ich schon gemerkt: die Nordschleife wird ihrem Mythos gerecht – die verzeiht keine Fehler. Das hat sich bei mir aber extrem eingebrannt. Seither hatte ich keinen Unfall mehr.“ Was jedoch nicht heißt, dass der Schweizer langsam unterwegs war. Sein Debüt im BMW Z4 endete in der Klasse V5 mit einem Sieg, fünf weitere sollten in seinem ersten VLN-Jahr folgen. Metzger feierte nach zehn Läufen eine nicht für möglich gehaltene Rookie-Saison: Er sicherte sich die VLN-Meisterschaft, die Junioren- und die Produktionswagen-Trophäe. Nebenbei holte er beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring ebenfalls den Sieg in der Klasse V5. „Das war schon ein fantastisches Jahr“, sagt Metzger. „Aber, was in der aktuellen Saison stattgefunden hat, toppt das Ganze noch.“

Dabei ist der erste Gesamtsieg seiner Karriere nur das Highlight einer starken Saison. Gemeinsam mit dem Niederländer ‚Gerwin’ absolvierte er sechs Rennen im Porsche 911 GT3 Cup in der SP7. Beide legten los wie die Feuerwehr, belegten in ihrer Klasse in den ersten gewerteten Läufen zweimal den ersten Platz und kamen dabei sogar am 20. Juni als Gesamtzweiter ins Ziel. „Mit einem Cup-Auto aufs Podium zu fahren, das war bis zum vergangenen Lauf mein persönliches Highlight. Wir haben im weiteren Saisonverlauf auch noch das 24h-Rennen in der SP7 gewonnen. Es lief wirklich sehr gut. Leider haben uns dann Unfälle alle Chancen auf die VLN-Meisterschaft genommen.“

Unglückliche Umstände, die sich für Metzger auch als Segen entpuppten. Denn so bekam er, dank seiner starken Leistungen, beim vorletzten Rennen das Angebot teamintern in den SLS von Black Falcon zu wechseln. „Da die Meisterschaft gelaufen war, hatte mein Partner ‚Gerwin’ da auch absolut keine Einwände. Ich kannte die Jungs ja schon und wusste, dass sie alle Topfahrer waren. Im Endeffekt bin ich froh, dass ich schnell gemerkt habe, dass ich da fahrerisch nicht abfalle. Natürlich ist man anfangs etwas nervös, gerade wenn es wie beim vergangenen Rennen um den Sieg geht. Aber, wenn ich dann am Steuer sitze, spielt das alles keine Rolle.“

Nach dem hart umkämpften Sieg hofft Metzger, auch in den kommenden Jahren ein GT3-Auto fahren zu dürfen. Da der Schweizer in der VLN nun praktisch alles gewonnen hat, peilt er in den kommenden Jahren den Sieg beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring an. Metzger: „Das wäre schon toll, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte. Generell möchte ich in Zukunft meinen Namen weiter bekannt machen. Die Leute sollen wissen, dass der Metzger ein schneller Fahrer ist. Ich hoffe, dass ich dann auch international in der Rennsportszene Fuß fassen kann. Diesen Wunsch kann ich überhaupt nur äußern, weil Black Falcon und ‚Gerwin’ mich in den vergangenen Jahren perfekt unterstützt haben – dafür bin ich ihnen sehr dankbar.“