24.03.2012

Mehr Abwechslung, Breitensport und Sicherheit

Die Karten der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring wurden über den Winter neu gemischt. Dabei herausgekommen ist ein Blatt voller Trümpfe, eine Hand mit der man beim Skat eine Runde Grand Ouvert ohne Zweifel gewinnt. Die populärste Breitensportserie Europas spielt in der neuen Saison die Asse aus und verspricht zum 36. Mal in Folge - immer wieder samstags - packenden Motorsport auf der schönsten Rennstrecke der Welt, der Nürburgring Nordschleife. Die ‚Grüne Hölle’ wird auch bei den zehn Rennveranstaltungen 2012 wieder Fahrerinnen und Fahrer aus der ganzen Welt in ihren Bann ziehen und die spektakulären Rennfahrzeuge, die die VLN-Teams über den Winter akribisch vorbereitet haben, tragen auch in diesem Jahr zu dem perfekten Motorsporterlebnis für Groß und Klein bei.

Nach der VLN Test- und Einstellfahrt, bei der traditionell eine Vielzahl von Fahrern und Fahrzeugen die ersten Kilometer unter nahezu rennähnlichen Bedingungen auf der Nordschleife sammeln, findet der Saisonauftakt am 31. März statt. Ford GT3, McLaren MP4-12C GT3 und Ferrari F430 Challenge lauten nur einige klangvolle Namen der spektakulären neuen Fahrzeuge, die in diesem Jahr ihren Weg in die Langstreckenmeisterschaft gefunden haben. Und auch von Fahrerseite gibt es prominente Neuzugänge wie Altfrid Heger, Norbert Siedler und Patrick Huisman, die regelmäßig am Start sein werden. Rund um die Nordschleife ist der Eintritt kostenlos. Für den Zugang zum Fahrerlager, der Boxengasse und der Startaufstellung sind ab 2012 pro Person 15 Euro zu entrichten. „Wir haben uns die Entscheidung, die Eintrittspreise gegenüber dem Vorjahr um drei Euro anzuheben, nicht leicht gemacht“, sagt Dietmar Busch, operativer Geschäftsführer der VLN. „Dennoch war dieser Schritt notwendig. Um die Preissteigerung zu dämpfen, haben wir uns dazu entschlossen, jedem Ticket eine Ausgabe der ‚VLN Racing News’ - dem informativen Programmheft der VLN im Wert von zwei Euro - beizulegen. Das Feedback der Fans war durchweg positiv. Motorsport zum Anfassen gibt es bei der VLN Langstreckenmeisterschaft nach wie vor zu familienfreundlichen Preisen - näher dran sind nur die Fahrer selber.“
Die Rennen in der Saison 2012 führen neun Mal über die Distanz von vier Stunden, das ADAC 6h Ruhr-Pokal-Rennen bildet am 4. August den Saisonhöhepunkt. „Auf Wunsch vieler unserer Teilnehmer haben wir zur Reduzierung der Einsatzkosten unserer Teams auf ein zweites 6h-Rennen verzichtet“, sagt Busch. Um den Fans dennoch ein Plus an Motorsport zu liefern, ist auch 2012 wieder die Formel Renault im Rahmenprogramm am Start. Zudem kehrt das Tourenwagen-Revival beim 54. ADAC ACAS H&R-Cup an den Nürburgring zurück und präsentiert den Zuschauern am 27. und 28. April eine Reihe von spektakulären Rennfahrzeugen aus der ‚alten’ DTM bis 1996.

Neue Nenngeldstruktur und höheres Preisgeld unterstreicht Breitensport-Charakter
Nach drei Jahren ohne Nenngelderhöhung, kam die Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring aufgrund von deutlich gestiegenen Kosten für die Organisation der einzigartigen Nordschleifenrennserie nicht um eine Anpassung der Teilnahmegebühren herum. „Der wichtigste Punkt bei der Ausarbeitung der neuen Nenngeldstruktur war, den Teams in den kleinen Klassen, die mit ihrem unermüdlichen Engagement den Charakter der Langstreckenmeisterschaft prägen, eine Erhöhung der Teilnahmegebühren zu ersparen“, sagt Busch. „Aus diesem Grund haben wir mit der Steigerung erst bei den mittleren Klassen angesetzt und an der Spitze eine neue Nenngeldstufe für die Top-Teams geschaffen. Diese setzen zum Teil erhebliche Budgets für ihre Renneinsätze ein, um den Fans rund um die Nordschleife spektakulären Sport zu bieten. Prozentual betrachtet hat hier die Erhöhung also am wenigsten Gewicht.“ Die kleinste Stufe der Nenngelder umfasst die Klassen der VLN-Serienwagen V1 bis V4, die VLN-Specials SP1 und die Klasse H1 - hier beträgt das Nenngeld unverändert 650 Euro pro Rennen. Die zweite Kategorie (V5 und V6, VT1 bis VT3, VD, SP2 bis SP4, Cup 3 sowie H2) wurde auf 1.000 Euro angehoben, die dritte Kategorie (SP5, SP6 und SP8, SP10, D1T bis D4T, Cup 2, H3 und H4 sowie AT) auf 1.200 Euro. Die Spitzenfahrzeuge in den Klassen SP7, SP9 und E1-XP zahlen fortan 1.500 Euro Startgeld. Im Zuge der neuen Nenngeldstruktur wurden die Preisgelder für die eingeschriebenen Teilnehmer der Langstreckenmeisterschaft um fast 25 Prozent auf 45.500 Euro angehoben.

Die VLN setzt sich aktiv für mehr Sicherheit auf der Nordschleife ein
Auf Einladung des DSK (Deutscher Sportfahrer Kreis e.V.) war die VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring im Februar an einer Gesprächsrunde beteiligt, die das Ziel hatte, die Sicherheit bei Rennveranstaltungen auf der Nordschleife zu erhöhen. Gesagt, getan - noch vor dem Saisonbeginn hat die VLN gehandelt. Ab dem ersten Lauf kommen auf der über 20 Kilometer langen Nordschleife drei statt bisher von zwei Intervention-Cars zum Einsatz. „Damit verkürzen wir die Zeit, die die schnellen Einsatzfahrzeuge benötigen um eine Unfallstelle zu erreichen, um 40 Prozent“, erklärt Hans-Jürgen Hilgeland, Sprecher der VLN Gesellschafter und Leiter Sportbetrieb. Die VLN-Experten haben die Unfälle der vergangenen Jahre genau unter die Lupe genommen und dabei unterschiedliche Schwerpunkte von Unfällen mit und ohne Fremdbeteiligung festgestellt. „Das Wichtigste ist jedoch, dass die Zahl der Unfälle in den letzten Jahren rückläufig ist“, so Hilgeland. „Wir werden in der Hauptsache daran arbeiten, die Geschwindigkeit der Fahrzeuge, die eine Unfallstelle passieren, zu verringern. Dabei spielt das schnelle Eintreffen der Intervention-Cars eine große Rolle. Daneben wird die Rennleitung in diesem Jahr bei Vergehen deutlich härter durchgreifen und zusammen mit den Sportkommissaren empfindliche Strafen für Fahrer aussprechen, die die Regeln zu Lasten der Sicherheit missachten.“