24.04.1999

Erdgas-Quattro sorgte für Aufsehen - Bilstein Cup: Viper gewinnt auch 3. Lauf zum Veedol Langstreckenpokal

NÜRBURGRING. Das Viper-Festival beim Deutschen Veedol Langstreckenpokal auf dem Nürbur-gring hält an. Auch beim dritten von zehn Rennen, dem 41. ADAC-ACAS-Bilstein-Cup, fuhr die Chrysler Viper von Hans-Jürgen Tiemann/Peter Zakowski (Soltau/Niederzissen) als Erster über die Ziellinie. Platz zwei belegte nach 23 Runden über verkürzte Grand-Prix-Strecke und Nordschleife das Mendener Porsche-Team Klaus-Peter-Hesse/Thomas Wiedemeier vor Ulrich Galladé/Olaf Manthey (Wuppertal/Bonn), ebenfalls auf Porsche. Für Rennen vier am 15. Mai, die 29. Adenauer-ADAC-Rundstrecken-Trophy, soll es mit der schier grenzenlosen Übermacht des Teams Tiemann/Zakowski jedoch vorbei sein. Der VLN-Vorstand hat beschlossen, daß die Viper fortan mit geringerer Luftzufuhr fahren muß.

Geprägt wurde das Rennen vor über 15.000 Zuschauern entlang der Strecke von zahlreichen technischen Defekten und einigen Unfällen, die jedoch allesamt glimpflich ausgingen Zu den größten Pech-vögeln beim Veedol Langstreckenpokal 1999 avancieren Andreas und Ralf Schall aus Dornstadt. Wie in beiden Rennen zuvor sicherte sich das Vater-Sohn-Gespann einen glänzenden Startplatz mit seinem Mercedes 190 E. Doch einmal mehr überstand das Team die Anfangsphase des Rennens nicht ohne Probleme. Bereits nach Runde eins kam das Auto mit Rauchentwicklung aus dem Getriebebereich in die Boxenstraße. Der Defekt konnte zwar behoben werden, die Chancen auf einen Spitzenplatz im Gesamtklassement waren jedoch damit verspielt. Nach großer Aufholjagd kamen die Schalls schließ-lich noch als Sechste ins Ziel. Schade, da war mehr drin.

Was Pech ist, mußten diesmal auch die Führenden in der Gesamtwertung des Veedol Langstreckenpokals, Klaus-Peter Thaler/Heinz Remmen (Gevelsberg/Finnentrop), erfahren. Sie landeten mit ihrem Opel Astra nach einem Defekt an der Servolenkung nur im Mittelfeld ihrer Klasse und gaben die Führung im Gesamtklassement an Uwe Unteroberdörster (Lohmar) auf Suzuki Swift ab. In der Gesamtwertung einen guten Schritt nach vorne gemacht haben auch Sabine Reck/Johannes Scheid (Pul-heim/Kottenborn) die auf ihrem BMW M3 in überlegener Manier zum dritten Klassensieg in Folge fuhren.

Als Klassensieger feiern lassen durften sich auch Volker Strycek/Manuel Reuter (Dehrn/Saalfelden), auf einem Opel Astra-Kit-Car. Für Christian Abt/Christian Menzel (Kempten/Kelberg), mit einem erdgasbetriebenen Audi Quattro am Start, war sogar noch mehr drin als der Gewinn der Klasse und Platz sieben in der Gesamtwertung beim Bilstein-Cup. Fast eine komplette Nordschleifenrunde mußte Abt mit einem defekten Reifen fahren, ehe das Rad gewechselt werden konnte. Opel Astra und Erdgas-Quattro sollen beim 24-Stunden-Rennen eingesetzt werden und wurden beim Veedol-Langstreckenpokal unter Rennbedingungen getestet. Diesen Test bestanden hatte auch der VW Bora TDI von Chris Nissen, trotz Ausfall wegen eines Reifenschadens und daraus resultierender Karosseriebeschädigung nach 13 Runden. Den Diesel-Bora wird man ebenfalls beim 24-Stunden Rennen auf dem Nürburgring (2. bis 6. Juni) wiedersehen.