23.03.2010

Es kribbelt: Traumstarterfeld zum Saisonauftakt

Mit der 57. ADAC Westfalenfahrt steht der Auftakt der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring unmittelbar bevor. Und es kribbelt. Anders ist das Gefühl im Vorfeld der Saison 2010 nicht zu umschreiben. Die Winterpause brachte unzählige Gerüchte und Spekulationen hervor. Einen Vorgeschmack, was die Fans in diesem Jahr an Highlights im Starterfeld erwarten können, gab es bereits bei der VLN Probe- und Einstellfahrt am vergangenen Wochenende. Der veranstaltende ADAC Westfalen rechnet mit mehr als 180 Fahrzeugen, die am 27. März pünktlich um 12 Uhr die Distanz von vier Stunden durch die ‚Grüne Hölle‘ in Angriff nehmen werden. Das Training findet zuvor zwischen 8:30 und 10 Uhr statt. Rund um die Nordschleife ist der Eintritt frei, der Zugang zum Fahrerlager sowie den geöffneten Tribünen am Grand-Prix-Kurs kostet familienfreundliche 12 Euro (Jugendliche bis 14 Jahren haben freien Eintritt).

Die Zauberformel der populärsten Breitensportserie Europas setzt sich zusammen aus Aston Martin Vantage V8, Audi R8 LMS, BMW M3 und Z4 GT3, Corvette C6, Dodge Viper, Ferrari F430 GTC, Ginetta G50 und Porsche 911 GT3 R. Die Magier, die diese faszinierenden Sportwagen am Limit bewegen, sind keine geringeren als Walter Röhrl (St. Englmar), Mattias Ekström (Schweden), Andy Priaulx (Großbritannien), Pedro Lamy (Portugal), Christian Abt (Kempten), Timo Bernhard (Dittweiler), Marcel Tiemann (Monaco), Dirk Adorf (Hennef) und Uwe Alzen (Betzdorf). Qualität und Quantität stimmen gleichermaßen, und so dürfen sich die Zuschauer auf einen heißen Kampf um den ersten Gesamtsieg des Jahres gefasst machen.

Den größten Aufstieg im Vergleich zur Saison 2009 vollzieht das Meisterteam Black Falcon. Die letzten zwei Jahre war die Equipe aus Kelberg nahe des Nürburgrings mit seriennahen BMW-Modellen außerordentlich erfolgreich. Die Mannschaft errang zwei Meistertitel in Folge und Christer Jöns (Ingelheim) entschied zwei Mal die VLN Junior-Trophäe für sich. In diesem Jahr startet das Nachwuchstalent zusammen mit Sean Paul Breslin (Großbritannien) im flammneuen Audi R8 LMS mit der Startnummer eins. Das Trio komplettiert Johannes Stuck (Liechtenstein), Sohn von Rennfahrerlegende Hans-Joachim Stuck. Das Schwesterfahrzeug wird von Vimal Mehta, Sean Patrick Breslin (beide Großbritannien) und Bona Ventura (Köln) pilotiert. Neben den beiden GT3-Sportwagen bleiben die Lokalmatadore weiterhin den seriennahen Fahrzeugen treu. Neben einem BMW Z4 bei den VLN-Specials bis 3.000 ccm Hubraum kommen drei weitere BMW-Modelle in den Klassen der VLN-Serienwagen zum Einsatz.

Apropos seriennah: Rallye-Legende Walter Röhrl kehrt nach langer Rennabstinenz in einem seriennahen Werks-Porsche auf die Nordschleife zurück. An der Seite des berühmten Quertreibers wechseln sich Horst von Saurma (Stuttgart) und Chris Harris (Großbritannien) am Steuer des Porsche 911 GT3 RS. Auch wenn das Fahrzeug bei den VLN-Specials bis 4.000 ccm Hubraum einsortiert ist – mit einem Nummernschild und Straßenreifen ausgestattet, könnte man das 450-PS-starke Fahrzeug im normalen Straßenverkehr bewegen.

Porsche 911 GT3 R Hybrid feiert Weltpremiere im Renneinsatz
Seine Weltpremiere im Renneinsatz feiert der Porsche 911 GT3 R Hybrid mit Richard Lietz, Martin Ragginger (beide Österreich) und Jörg Bergmeister (Langenfeld) am Steuer. Der Rennwagen verfügt neben dem 480-PS-Boxermotor im Heck über zwei Elektromotoren an der Vorderachse. Sie liefern aus einem bei jedem Bremsvorgang aufgeladenen Schwungradspeicher je 60 kW (ca. 80 PS). Die gespeicherte Energie wird von einer intelligenten elektronischen Steuerung im Normalfall zur Verbrauchsreduzierung eingesetzt. Zum Überholen kann die volle Zusatzleistung vom Fahrer auch für sechs bis acht Sekunden per Knopfdruck abgerufen werden.

Starke Klassen versprechen prickelnde Spannung nicht nur an der Spitze
Auch wenn die spektakulären Sportwagen an der Spitze des Teilnehmerfeldes im Rampenlicht stehen, die VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring ist und bleibt Breitensport – allerdings auf hohem Niveau. Die eingefleischten Fans wissen längst, dass auch im bunten Teilnehmerfeld richtig guter Motorsport geboten wird. Dank nicht weniger als zwölf genannten Renault Clio Cup-Fahrzeugen ist die Klasse der VLN-Specials bis 2.000 ccm Hubraum mit 25 Fahrzeugen in der Summe bärenstark besetzt. Neben den schnittigen Franzosen kämpfen in dieser Klasse Opel Astra GTC, BMW Z4, Honda S2000 und Honda Civic um den Klassensieg. Die meisten Punkte sammelt in der Langstreckenmeisterschaft das Team, das in seiner Klasse am meisten Teilnehmer hinter sich lässt. Aus diesem Grund sind die Teilnehmer besagter Klasse SP3 schon fast auf die erste Tabellenführung gesetzt. Ähnlich viele Nennungen verzeichnen zum heutigen Stand die Klassen SP9 (FIA GT-3, 15 Fahrzeuge) und SP3T (VLN-Specials bis 2.000 ccm Hubraum mit Turbo, 15 Fahrzeuge).