09.06.2009

24h-Helden kehren in die ‚Grüne Hölle‘ zurück

Sechs Wochen nach dem letzten Rennen der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring und drei Wochen nach dem 24-Stunden-Rennen dröhnen in der ‚Grünen Hölle‘ endlich wieder die Motoren. Am Samstag, 13. Juni, startet die populärste Breitensportserie Europas in das zweite Saisondrittel. Die Langstreckenspezialisten der einzigartigen Nordschleifen-Rennserie sind fortan wieder unter sich. Wer glaubt, die Qualität des Starterfeldes würde darunter leiden, der kann sich bei der 40. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy eines Besseren belehren lassen. Über die Distanz von vier Stunden auf der 24,369 Kilometer langen Kombination aus Nürburgring Kurzanbindung und Nordschleife ist bei der Veranstaltung des MSC Adenau packender Motorsport angesagt. Und obwohl die Saison 2009 schon den Kinderschuhen entwachsen ist, stehen neue Projekte in den Startlöchern, die für Furore sorgen werden.

Zwei Teams, die in der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring zu Hause sind, haben dem 24-Stunden-Rennen unverwechselbar ihren Stempel aufgedrückt. Im Zeittraining ließ Dirk Adorf (Hennef) im nagelneuen Ford GT von Raeder-Motorsport die Konkurrenz hinter sich und errang überraschend die Pole-Position. In der ersten Rennstunde demonstrierte der dreifache Langstreckenmeister (1992, 1996, 1997) die beeindruckende Performance des GT3-Sportwagens. Im direkten Duell gegen den Porsche 911 GT3 RSR von Manthey-Racing hatte Adorf erst nach einem Unfall beim Überrunden das Nachsehen. Besagter Manthey-Porsche übernahm im weiteren Rennverlauf die Hauptrolle. Stammfahrer Marcel Tiemann (Monaco) – seit Jahren regelmäßiger Teilnehmer der Langstreckenmeisterschaft – fuhr zu seinem fünften 24h-Sieg und ist damit alleiniger Rekordhalter beim Eifelmarathon. Beide Fahrzeuge sind bei der 40. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy wieder im Einsatz. An der Seite von Adorf pilotieren Hermann Tilke (Aachen) und Thomas Mutsch (Bitburg) den schnellen Ford. Im Manthey-RSR nimmt Arno Klasen (Karlshausen) an der Seite von Tiemann Platz. Der erfahrene Hobbyrennfahrer verbuchte in der Langstreckenmeisterschaft ansehnliche 19 Gesamtsiege auf seinem Konto.

Der Audi R8 LMS war beim 24-Stunden-Rennen das einzige Fahrzeug, das dem schnellen Manthey-Porsche über die Distanz Paroli bieten konnte. Nach nur wenigen Renneinsätzen avancierte die GT3-Flunder aus Ingolstadt schnell zum Nordschleifen-Shooting-Star und zum Publikumsliebling. Beim vierten Lauf des Jahres geht für Phoenix-Racing mit René Rast (Stolzenau), Dennis Rosteck (Porta Westfalica) und Nicki Thiim (Rinteln) ein neues Fahrertrio an den Start. Während Rosteck über jahrelange Erfahrung in der ‚Grünen Hölle‘ verfügt, haben sich Rast und Thiim vor allem in der deutschen Markenpokalszene einen Namen gemacht. Eine Kombination, die für Aufsehen sorgen kann.

Eine Überraschung war das Abschneiden von Uwe Alzen (Betzdorf) beim 24-Stunden-Rennen. Mit seinem neuen, eigenen Rennteam errang der Nordschleifen-Rekordmann beim Langstreckenklassiker auf Anhieb Platz vier – und das mit einem handelsüblichen Cup-Porsche ohne aufwändige Nordschleifen-Modifikationen. Zusammen mit Lance David Arnold (Duisburg), der beim zweiten Lauf 2009 seinen ersten Gesamtsieg feierte, hat Alzen nicht nur den Sieg in der hart umkämpften Porsche-Cup-Klasse im Visier, sondern will auch im Gesamtklassement den einen oder anderen schnelleren Wagen hinter sich lassen.

Besagte ‚schnellere‘ Fahrzeuge sind unter anderem die Porsche von Frikadelli-Racing, Jürgen-Alzen-Motorsport, M-Speed, Mamerow-Racing und Mühlner-Motorsport. Nicht zu unterschätzen sind jedoch auch Michael Bäder (Ofterdingen) und Tobias Hagenmeyer (Köln) mit ihrem BMW Z4 M Coupé, Roland Rehfeld (Berlin), Reinhold Renger (Rothenburg-Tauber) und Hannu Luostarinen (Finnland) in der Kissling-Corvette sowie Andreas und Ralf Schall (beide Dornstadt) im Opel Astra V8 Coupé aus der DTM.

Kostenloser Premium-Service für Fans: DVB-T rund um den Nürburgring
Die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring macht einen Riesenschritt in Richtung Zukunft, ist sie doch die erste Rennserie in Deutschland, die ihren Fans vor Ort bei allen Rennen digitales Fernsehen kostenlos zur Verfügung stellt. In Zusammenarbeit mit der Wige Media AG werden vier DVB-T-Kanäle realisiert – zwei Kanäle mit Livebildern vom Grand-Prix-Kurs und aus der Boxengasse sowie zwei Datenkanälen mit einem aktuellen Livetiming. Der Premium-Service kann mit jedem DVB-T-Empfänger genutzt werden. Passende Geräte werden im Fanshop der Langstreckenmeisterschaft, zwischen Box drei und vier im Fahrerlager, preisgünstig angeboten.

Test- und Trainingsmöglichkeit bereits am Donnerstag vor dem Rennen
Die Teams der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft und alle weiteren Interessenten haben bereits am Donnerstag, 11. Juni (Fronleichnam), die Möglichkeit den Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings unter die Räder zu nehmen. Das ‚Freie Fahren‘ des VLN-Clubs MSC Münster findet gruppenweise zwischen 8 und 18 Uhr statt. Die Nennung ist vor Ort ab 7 Uhr in der Fahrerinfo im Fahrerlager möglich.