04.04.2009

Manthey-Racing gewinnt Auftaktrennen

Der Saisonauftakt der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring ließ keine Wünsche offen. Bei sonnigem Frühlingswetter erlebten die Zuschauer rund um die Nürburgring Nordschleife ein ereignisreiches Rennen. Nach 4:01:01,014 Stunden wurden Marcel Tiemann (Monaco) und Timo Bernhard (Dittweiler) im Porsche 911 GT3 RSR von Manthey-Racing als Sieger abgewinkt. Der Vorsprung auf die zweitplatzierten Christian Mamerow (Castrop-Rauxel) und Lance-David Arnold (Duisburg) im Porsche GT3 ‚Cup S‘ betrug 1:03,348 Minuten. Sein Motorsportdebüt absolvierte Radprofi Jan Ullrich (Schweiz) bei der 56. ADAC Westfalenfahrt. Nach einem Kühlerschaden am BMW 335d in der Anfangsphase des Rennens und anschließender Reparaturpause nutzte der Rookie die verbleibende Zeit, um Erfahrungen auf der Nordschleife zu sammeln. „Mensch, ich wäre unheimlich gerne weiter gefahren“, freute sich Ullrich nach dem Rennen. „Das hat wirklich einen Riesenspaß gemacht.“

Die Entscheidung um den ersten Gesamtsieg des Jahres geriet zum Kampf zwischen den Fahrzeugkonzepten ‚VLN-Specials‘ und ‚FIA-GT3‘. Mit Einführung eines neuen Reglements sind die Sportwagen der FIA-GT3-Klasse erstmals in der populärsten Breitensportserie Europas startberechtigt. Bereits nach dem Zeittraining zeigte sich, dass die Balance zwischen beiden Kategorien ausgeglichen ist. Die Pole-Position sicherten sich Marc Basseng (Leutenbach), Mattias Ekström (Schweden) und Toto Wolff (Österreich) im Porsche 911 GT3 RSR von Land-Motorsport – aufgebaut nach Specials Reglement. Mit einer Bestzeit von 8:20,956 Minuten verwies das Trio die zweitplatzierten Sascha Bert (Ober-Ramstadt) und Marc Anton Bronzel (Großensee) in der Dodge Viper (GT3) von Zakspeed-Racing um 1,976 Sekunden auf Platz zwei. Die Statistik nach dem Zeittraining: die ersten acht Teams waren innerhalb von zehn Sekunden.

Für Spannung im Rennen war also gesorgt – nach dem Start übernahm die Zakspeed-Viper die Führung und büßte diese erst in der Phase der ersten Boxenstopps ein. Nach zwölf Runden stellten Bert und Bronzel den US-Sportler mit Geräuschen im Bereich der Hinterachse vorzeitig in der Box ab. Die Land-Mannschaft musste schon in Runde fünf nach einer Kollision beim Überrunden die Segel streichen. Der Weg für Tiemann und Bernhard war frei und das Duo fuhr den Sieg kontrolliert nach Hause. „Unser Porsche lief heute sehr gut, auch wenn der Leistungsverlust gegenüber dem Vorjahr deutlich zu spüren war“, sagte Tiemann. „Wir müssen nun die gesammelten Daten genau auswerten, um zu sehen, wo wir stehen. Grundsätzlich glaube ich jedoch, dass das neue Reglement auf dem richtigen Weg ist.“ Mamerow und Arnold fuhren nach zwei Reifenschäden und damit verbundenen, unplanmäßigen Boxenstopps, ein beherztes Rennen und kämpften sich von Platz 13 bis auf zwei nach vorne. „Wir haben heute mehr erreicht, als wir uns erhofft hatten“, gestand Mamerow nach dem Rennen. „Die Leistungsdichte im Feld war heute enorm. Die Kombination aus Fahrzeug, Setup und Fahrer gewinnt so eine noch größere Bedeutung – bei uns hat alles gepasst.“

Den Porsche Fünffachsieg komplettierten Frank Stippler (Bad Münstereifel), Norbert Fischer (Köln) und Marco Seefried (Nürnberg) im Porsche 911 GT3 (VLN-Specials), Oliver Kainz (Kottenheim) und Frank Schmickler (Rösrath) im Porsche 911 GT3 ‚Cup S‘ (GT3) und Sabine Schmitz, Klaus Abbelen (beide Bahrweiler) und Dr. Edgar Althoff (Viersen) im Porsche 911 GT3 (VLN-Specials). Auf Platz sechs wurde der schnellste BMW M3 abgewinkt. Der ‚Eifelblitz‘ von Scheid-Motorsport wurde an diesem Wochenende von Duncan Huisman (Niederlande), Stian Sorlie (Norwegen) und Jörg Viebahn (Engelskirchen) pilotiert.

Rodney Forbes holt ersten Klassensieg nach Australien
Der erste australische Klassensieger in der Geschichte der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring heißt Rodney Forbes. Zusammen mit den beiden Porsche-Junioren Marco Holzer (Bobingen) und Martin Ragginger (Österreich) fuhr er zum Sieg bei den Porsche-Cup-Fahrzeugen. In der Honda Civic Cup-Klasse siegten die Routiniers Christoph Dupré (Schiffweiler) und Jürgen Nett (Mayen) vor den VLN Honda Junioren Tim Scheerbarth (Dormagen), Dennis und Kristian Nägele (Donzdorf und Lauterstein), die mit Platz zwei in dem hart umkämpften Cup einen hervorragenden Einstand in die neue Saison feierten. Als Klassenbeste im New Renault Clio Cup jubelten Andreas Gülden (Reifferscheid) und Theo Kleen (Wiesemscheid) um die Wette. Das Duo belegte unter Regie des Teams Ring-Racing zudem den zweiten Platz bei den VLN-Specials bis 2.000 ccm Hubraum belegt. Auf Rang zwei der Renault-Wertung fuhren die Berliner Elmar Jurek und Jannik Olivion.

Der zweite Lauf des Jahres – das 34. DMV 4-Stunden-Rennen der Renngemeinschaft Düren – findet bereits in zwei Wochen am 18. April statt.