22.09.2001

Wechsel an der Tabellenspitze - Alzen/Klasen gewinnen 7. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft

NÜRBURGRING. Jürgen Alzen (Kausen) und Arno Klasen (Karlshausen) gewannen auf Porsche 996 GT3 das RCM-DMV-Grenzlandrennen auf dem Nürburgring, den siebten Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft. Das Rennen ging über vier Stunden. Die Sieger wurden nach 4:01:01.068 Stunden abgewinkt. Sie fuhren 27 Runden auf der 23,85 Kilometer langen Streckenkombination aus Nürburgring-Nordschleife und verkürzter Grand-Prix-Strecke. Ihre Gesamtdurchschnittsgeschwindigkeit betrug 160,3 km/h. Hinter Alzen/Klasen, für die es der dritte Gesamt­sieg in der insgesamt zehn Rennen umfassenden Serie war, kam mit nur 42 Sekunden Rückstand der Duisburger Artur Deutgen auf einem Dolate-BMW M3 ins Ziel. Platz drei sicherten sich mit einer großen kämpferischen Leistung und einem Endspurt „auf der letzten Rille“ der Wuppertaler Edgar Dören und Karl-Christian Lück auf Porsche 911 RSR. Sie waren vom 32. Startplatz aus ins Rennen gegangen. Insgesamt starteten 182 Fahrzeuge, 133 kamen ins Ziel. 18.000 Besucher sind ein erneuter Beweis für die große Popularität der attraktivsten Langstrecken-Rennserie Europas.

Meinhard Rittmeier (Wermelskirchen) hatte mit der Zakspeed Chrysler Viper die beste Trainings­zeit gefahren. Doch sein Partner Carl Reh (Trier) verlor bereits das Startduell gegen Alzen. Alzen nach dem Rennen zum Start der Viper: „Ich habe gedacht, der hat etwas mehr Qualm. Es sah fast so aus, als hätte die Viper drei ihrer zehn Zylinder abgeschaltet.“ Schon nach sechs Runden löste Ritt­meier Reh am Viper-Steuer ab. Aber auch im weiteren Rennverlauf schafften es Reh/Rittmeier nicht, ihr Superauto an die Spitze zu fahren. Das gelang aber. - zur Verblüffung der Konkurrenz und zur Freude der Fans - zumindest zeitweilig dem allein fahrenden Arno Deutgen. Er hatte Schwerstarbeit zu verrichten, denn bei der Fahrt in die Startaufstellung gab die Servolenkung seines BMW, der im Gedenken an die Opfer der Terroranschläge in den USA an Stelle von Sponsoren-Logos die amerikanische Nationalflagge trug, ihren Geist auf. Deutgen nach dem Rennen: „Ich habe jetzt ein paar Tage lang bestimmt einen ungeheuren Muskelkater.“

Ein Fahrer, der seine Rennen wie Deutgen vorzugsweise ohne Partner fährt, ist nach dem Grenz­landrennen neuer Tabellenführer in der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft: Harald Thönnes aus Mülheim-Kärlich. Er gewann mit seinem VW Polo zum siebten Mal die Klasse Gruppe N bis 1400 Kubikzentimeter Hubraum und löste damit an der Spitze Ivano Giuliani (München) und Man­fred Werker (Berlin) ab. Giuliani fuhr beim Grenzlandrennen mit Felix Wedam (Tuttlingen), kam aber mit seinem BMW 318is nicht über den fünften Klassenplatz hinaus. Auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung rückten die Zwillingsbrüder Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche vor. Sie erzielten mit Opel Astra OPC, wie Thönnes, ihren siebten Klassensieg.

Mit dem sechsten Klassensieg (Klasse Specials bis 2000 ccm) sind die Chancen von Klaus-Peter Thaler (Gevelsberg) und Heinz Remmen (Finnentrop) erheblich gestiegen, die Meisterschaft zu gewinnen. Thaler/Remmen fahren mit einem Opel Astra GSI von Tuner Kissling in der am stärks­ten besetzten Klasse. Die Punktvergabe orientiert sich an der Anzahl der Teilnehmer in der jeweili­gen Klasse. Außerdem gibt es zwei Streichresultate. Thaler/Remmen hatten bisher einen Totalaus­fall, dürfen sich folglich nur noch einen Ausrutscher erlauben. Dennoch werden sie als heiße Meis­terschaftsfavoriten gehandelt. Thaler, Exweltmeister beim Querfeldein-Radfahren, wehrt ab: „In dieser Meisterschaft ist alles drin. Die Entscheidung fällt bestimmt erst im letzten Rennen. Ich war schon mehrmals kurz vor dem Titelgewinn, und dann hat es doch nicht ganz gereicht.“

Nächster Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft 2001: ADAC Barbarossapreis, 20. Oktober 2001, Renndistanz dreieinhalb Stunden.

Rennergebnis 24. RCM-DMV-Grenzlandrennen,
6. Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft 2001 (Plätze 1 bis 10):
1. Jürgen Alzen/Arno Klasen (Kausen/Karlshausen) Porsche 996 GT, 4:01:01.068 Stunden (= 27 Runden), 160.301 km/h Durchschnitt; 2. Artur Deutgen (Duisburg) BMW M3, 42.833 Sekunden Rück­stand, 159.828 km/h; 3. Edgar Dören/Karl-Christian Lück (Wuppertal/Wiehl) Prsche 911 RSR, 4:52.912 Minuten Rückstand, 157.118 km/h; 4. Carl Reh/Meinhard Rittmeier (Trier/Wermelskirchen) Viper GTS-R, 5:34.555 min, 156.676 km/h; 5. Michael Bäder/Tobias Hagenmeyer (Ofterdingen/Schwieberdingen) BMW M3, 5:37.806 min, 156.642 km/h; 6. Johannes Scheid/Claudia Hürtgen (Kottenborn/Aachen) BMW M3 E46 GTRS, 7:52.787 min, 155.226 km/h; 7. Wilhelm Kern/Martin Wurst/ Axel Rohr (Kleinaspach/Oppenweiler/Waldsee) Porsche 993 GTR3, 8:16.876 min, 154.976 km/h; 8. Johannes Pac­zynski/Andreas Baier/Dr. Edgar Althoff (Mönchengladbach/Obersulm/Viersen) Porsche Carrera RSR, 8:16.937 min, 154.975 km/h; 9. Dr. Ernst Wawer/Felix Findeisen (Marmagen/Grevenbroich) Porsche 993, 1 Runde zurück, 153.313 km/h; 10. Matthias Weiland/Harald Link (Neu-Isenburg/Saarbrücken) Porsche 996 Cup, 1 R., 152.645 km/h.