26.05.2007

Knoten geplatzt: erster Sieg 2007 für Manthey-Racing

Nürburgring. Zwei Teams aus Meuspath am Nürburgring dominierten den fünften Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft. Bei Manthey-Racing ist endlich der Knoten geplatzt: Timo Bernhardt (Dittweiler) und Romain Dumas (Schweiz) fuhren im Porsche 911 GT3 RSR zum ersten Sieg in der Saison 2007. Nach 4:00:39.120 Stunden überquerte Dumas bei seinem zweiten Rennen auf der Nürburgring Nordschleife vor 24.000 Zuschauern als Sieger die Ziellinie. Auf Platz zwei wurden Marcel Fässler (Schweiz) und Robert Lechner (Österreich) im Aston Martin DBRS9 von Phoenix Racing mit einem Rückstand von 2:36.428 Minuten abgewinkt. Das vorerst letzte Rennen mit ihrem erfolgreichen BMW M3 krönten Michael Bäder (Ofterdingen), Tobias Hegenmeyer (Köln) und Markus Gedlich (Frankfurt) als Drittplatzierte. Das Trio plant für die zweite Saisonhälfte den Einsatz eines BMW Z4 M-Coupé.

Von Platz fünf aus gestartet übernahm Patrick Simon (Wiesbaden) in der Dodge Viper GTS-R von Zakspeed-Racing noch auf dem Grand-Prix-Kurs die Führung und fuhr in 8:29.860 Minuten die schnellste Rennrunde. Das Feuerwerk an der Spitze des Feldes war jedoch nur von kurzer Dauer. Nach zwei Runden steuerte Simon unplanmäßig die Box an, das Rennen war nach sieben Umläufen vorzeitig beendet. Das Manthey-Duo übernahm die Führung und lieferte sich rundenlang einen spannenden Dreikampf mit Jürgen Alzen (Betzdorf) und Chris Mamerow (Castrop-Rauxel) im Porsche Cayman und Fässler/Lechner im Aston Martin. Nach 17 Runden musste Alzen-Motorsport dann ebenfalls nach einem Technischen Defekt die Segel streichen. Die drittplatzierten Bäder/Hagenmeyer/Gedlich profitierten von einem unplanmäßigen Stopp des Schubert-Trios Claudia Hürtgen (Aachen), Johannes Stuck (Mauren) und Richard Göransson (Schweden). Nach einem Ausritt neben die Strecke parkte Göransson das BMW Z4 M-Coupé an der Hohen Acht, um die Kühleröffnungen zu säubern. Dabei büßte er rund zwei Minuten ein, der Rückstand auf die Drittplatzierten betrug am Ende 1:50.387 Minuten.

„Unser Sieg freut mich besonders für das Manthey-Team“, sagte Timo Bernhard nach dem Rennen. „Nach vier Rennen ohne zählbares Ergebnis war dieser Erfolg zwei Wochen vor dem 24-Stunden-Rennen besonders wichtig und gibt uns Selbstvertrauen.“ Ursprünglich hatte Treamchef Olaf Manthey das 47. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen nur als Testeinsatz nutzen wollen. „Aus dem Test wurde dann ein Rennen, denn wir haben bereits bei Testfahrten am Freitag große Fortschritte erzielt“, erklärte Manthey. „Ich hoffe, dass dies für uns die Initialzündung war und wir auch nach dem 24-Stunden-Rennen in der zweiten Saisonhälfte noch Siege einfahren werden.“ Die Truppe aus Meuspath am Nürburgring durfte gleich zwei Mal jubeln – auf Platz fünf feierten Armin Hahne (Monaco) und Christian Haarmann (Aachen) ihre erste Zielankunft im Porsche 911 GT3 MR. Ex-DTM-Fahrer Hahne hatte in der Saison 2007 bis zu diesem Lauf nicht eine Runde im Rennen absolviert.

Ebenfalls als Testeinsatz für den Langstreckenklassiker tituliert, zeigte der bullige Aston Martin DBRS9 von Phoenix Racing Aston Martin Austria in dem Rennen über vier Stunden, was in ihm steckt. „Unsere Generalprobe ist super gelaufen“, sagte Sportwagen-Spezialist Robert Lechner. „Das Ergebnis motiviert das ganze Team und zeigt, welches Potential in dem Auto steckt.“ Ihren Abschied vom schnellen, aber betagten BMW M3 feierten Bäder/Hagenmeyer/Gedlich mit ihrer dritten Podiumsplatzierung 2007. „Wir waren in diesem Jahr absolut überrascht, wie konkurrenzfähig unser BMW nach wie vor ist“, so Tobias Hagenmeyer. „Das heutige Ergebnis ist gut, mit dem Rennverlauf sind wir hingegen nicht zufrieden. Wir haben unterschiedliche Dinge ausprobiert, erst im letzten Stint hat bei Michael dann alles gepasst. Vielleicht wäre heute mehr drin gewesen.“

Mäder/Renger gehen als Tabellenführer in die Sommerpause
Andreas Mäder und Reinhold Renger sind die Halbzeitmeister der Saison 2007. Souverän und mit einer fast schon beängstigenden Standfestigkeit fuhr das Duo im Honda S2000 zum dritten Klassensieg in der Saison 2007. Seit dem 24-Stunden-Rennen 2006 hatten Mäder/Renger keinen technischen Defekt mehr zu verzeichnen. „Ein tolles Gefühl, als Führende in die Sommerpause zu gehen“, freute sich Mäder. Die Vorjahresmeister Mario Merten (Nürburg) und Wolf Silvester (Nürnberg), die bis zum fünften Lauf die Tabellenführung innehatten, fielen nach einer Kollision im Streckenabschnitt Wehrseifen bis auf Platz 14 in der Klasse der VLN-Serienwagen bis 1.850 ccm Hubraum zurück.

In der Honda-Civic Cup-Klasse entschied der letzte Boxenstopp über Sieg und Niederlage. Marcel Engels (Willich), Wilfried Schmitz (Setterich) und Kim Berwanger (Brücken) lieferten sich einen packenden Zweikampf mit Jürgen Nett (Mayen) und Rolf Schütz (Andernach), die beim finalen Boxenstopp eine Zeitstrafe für eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse kassierten. Zwar starteten Nett/Schütz eine fulminente Aufholjagd, der Rückstand im Ziel betrug jedoch 17.725 Sekunden.

Bei den Seat Leon Supercopa triumphierten Andre Picker (Minden) und Steffen Faas (Bad Wildbach). Den Klassensieg bei den Porsche-Cup-Fahrzeugen der Baureihe 996 sicherten sich Jörg Otto (Grevenbroich) und Thomas Koll (Bad Münstereifel), die Wertung der aktuellen 997-Porsche ging an Agon-Motorsport mit den Fahrern Stefan Müller (Bovenden), Daniel Schwerfeld (Düsseldorf) und Michael Schaal (Stuttgart). Den schnellsten Peugeot 206 RC pilotierten Frank Borkowsky (Mönchengladbach) und Ron Grüter (Heinsberg) zum Sieg.