12.05.2007

Land-Motorsport macht den Hattrick perfekt

Triumphaler Erfolg für Land-Motorsport beim vierten Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring: Marc Basseng (Leutenbach), Marc Hennerici (Bonn) und Dirk Adorf (Hennef) sicherten sich im Porsche 911 GT3 RSR den dritten Sieg in Folge und machten damit vor 22.000 Zuschauern den Hattrick perfekt. Mit einem Vorsprung von 1:00.329 Minuten überquerte Adorf nach 25 Runden vor Duncan Huisman und Tom Coronel (beide Niederlande) in der zweitplatzierten Dodge Viper GTS-R die Ziellinie. Platz drei ging an Claudia Hürtgen (Aachen), Johannes Stuck (Mauren) und Richard Görannson (Schweden) im BMW Z4 M-Coupé – der dritte Podiumsplatz für Schubert Motors aus Oschersleben in der Saison 2007. Die 38. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy war bei wechselhaften Witterungsbedingungen von Taktik und Strategie geprägt: 210 gestartete Teams absolvierten zusammen rund 600 Boxenstopps – nach Ablauf der Renndistanz über vier Stunden sahen 161 Teams die Zielflagge.

Bereits im Zeittraining am Morgen hatte Land-Motorsport das Geschehen auf der 24,433 Kilometer langen Kombination aus Nürburgring Kurzanbindung und Nordschleife dominiert. Mit einer Bestzeit von 9:47.686 Minuten verwiesen Basseng/Hennerici/Adorf das Schubert-Trio um 13.523 Sekunden auf Platz zwei. Von der Pole-Position aus gestartet musste sich Basseng dem nach vorne stürmenden Marc Lieb (Ludwigsburg) im Manthey-Porsche nur zwei Runden lang geschlagen geben. „In der zweiten Runde setzten Probleme an der Hinterachse ein, ab der dritten Runde war unser Porsche nicht mehr fahrbar“, sagte Lieb. Nach 30 Minuten geriet das Rennen zum Regenpoker. „Unsere Strategie war heute goldrichtig“, sagte Basseng. „Vor allem durch die schnellen Boxenstopps der Land-Mechaniker konnten wir viel Boden gutmachen.“ Hennerici, der sein erstes Regenrennen im Land-Porsche fuhr, sammelte vielfältige Eindrücke: „Ich habe heute alles erlebt und war mit Slicks und Regenreifen sowohl auf trockener sowie nasser Piste unterwegs – das war wirklich hart.“ Nach ihrem zweiten Testeinsatz für das 24-Stunden-Rennen im Juni waren Huisman/Coronell in der Zakspeed-Viper mit Platz zwei zufrieden. „Ich kenne den Nürburgring eigentlich nur bei wechselnden Bedingungen, von daher war es für mich heute ein ganz gewöhnliches Nordschleifenrennen“, sagte Huisman. „Das Ergebnis kann sich für unser zweites Rennen 2007 sehen lassen.“ Ebenfalls mit Ausblick auf seinen Einsatz beim 24-Stunden-Rennen komplettierte Richard Görannson die Schubert-Stammbesetzung Hürtgen/Stuck. Der Schwede bestritt bereits 2004 und 2005 den Langstreckenklassiker im BMW 320i des Oscherslebener Rennstalls. „Die Bedingungen waren heute alles andere als leicht. Mit Slicks im Regen konnte ich zum Teil nicht schneller als 60 km/h fahren“, gestand Görannson und fügte mit einem Grinsen hinzu: „Zum Glück sind wir Schweden für unsere Driftqualitäten bekannt.“ Hinter den drei erstplatzierten Teams belegten Dennis Rosteck (Rinteln), Wolfgang Kaufmann (Karlsberg) und Franz Konrad im Porsche 911 GT3 RSR von Konrad-Motorsport Platz vier vor den Lokalmatadoren Johannes Scheid (Kottenborn) und Oliver Kainz (Kottenheim) im „Eifelblitz“ BMW M3 GTS.

Wechsel an der Tabellenspitze: Vorjahresmeister in Führung
Nach einem Defekt an der Drosselklappe des Opel Astra GTC von Kissling-Motorsport in Runde 20 war für Marco Wolf (Lohmar), Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche (beide Wermelskirchen) nicht nur das Rennen vorzeitig beendet, sondern auch die Tabellenführung dahin. Mit ihrem dritten Sieg bei den VLN-Serienwagen bis 1.850 ccm Hubraum übernahmen die Vorjahresmeister Mario Merten (Nürburg) und Wolf Silvester (Nürnberg) nach vier von zehn Rennen die Spitze.

Im neuen Honda Civic Type R Cup bauten Jürgen Nett (Mayen) und Rolf Schütz (Andernach) ihre Führung aus. „Unsere Taktik war heute der Garant für den Erfolg“, sagte Nett nach dem zweiten Klassensieg in Folge. „Wir hatten im gesamten Rennen profillose Slicks montiert und haben einfach auf das Wechseln verzichtet.“ VLN-Partner Honda feierte zudem zwei Doppelsiege: Herbert von Dannewitz (Tönisvorst), Marcel Hoppe (Lennestadt) und Peter Henn (Großbritannien) gewannen die Klasse H2 (Gruppe H bis 2.000 ccm Hubraum) vor Benno Berwanger (Brücken) und Uwe Unteroberdörster (Lohmar) – beide Teams setzen auf den letzjährigen Cup-Civic Type R. Bei den VLN-Specials bis 2.000 ccm Hubraum setzten sich Andreas Mäder (Großkugel) und Reinhold Renger (Rothenburg) knapp gegen Markus Fugel (Chemnitz) und Steve Kirsch (Hohenstein) durch. Die beiden Honda-S2000-Teams trennten im Ziel lediglich 0,337 Sekunden.

Mit dem dritten Gesamtsieg übernahm Land-Motorsport die Führung im neuen ‚VLN Stahlwille Top20 Pokal’. Die neue VLN-Sonderwertung erfasst die schnellsten 20 Teams eines jeweiligen Rennens. Punkte werden unabhängig von der Klasseneinteilung nach einem einfachen Schlüssel vergeben: Das siegreiche Team erhält 20 Punkte, die Zweitplatzierten 19, bis hinunter zu Platz 20, der noch mit einem Zähler belohnt wird. Abgerechnet wird am Ende der Saison – im Rahmen der VLN-Jahressiegerehrung erhalten die zwei erstplatzierten Teams neben einem Pokal zudem Sachpreise aus dem Sortiment von Stahlwille im Wert von je 2.500 Euro.