21.04.2001

Da platzt der „Ring“ fast aus den Nähten - Dritter Lauf zur BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft am 21. April

NÜRBURGRING. Das Interesse von Fahrern und Teams an der BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring ist nicht zu bremsen: Die beiden ersten Rennen, ADAC-Westfalenfahrt und DMV-4-Stunden-Rennen verzeichneten „persönlichen Nennungsrekord“, Lauf Nummer drei fährt in der gleichen Spur. Für den 43. ADAC-ACAS-Bilstein-Cup waren bis kurz vor Nennungsschluss 183 Fahrzeuge genannt. Die „Schallgrenze“ von 200 Nennungen ist keine Utopie mehr. Horst Golombeck, verantwortlich für die Belegung der Boxen, stöhnte schon beim letzten Rennen (193 Nennungen): „Ich weiß bald nicht mehr, wo ich sie noch unterbringen soll.“

Der AC Altkreis Schwelm (ACAS) gehört zu den Gründungsmitgliedern, der „Veranstaltergemeinschaft Langstreckenpokal Nürburgring“. So ist der 43. Bilstein-Cup zugleich auch der 25. als Lauf in der traditionsreichsten und interessantesten Langstrecken-Rennserie Europas.

Gesamtsieger der beiden ersten Rennen der insgesamt zehn Läufe umfassenden BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft waren jeweils Porsche-Teams. Edgar Dören/Karl-Christian Lück (Wuppertal/Wiehl) gewannen die ADAC-Westfalenfahrt, Ulrich Galladé/Olaf Manthey (Dortmund/Meuspath) siegten beim DMV-4-Stunden-Rennen. „Was ist mit der Chrysler Viper?“, ist eine häufig gestellte Frage. Die Antwort: Ausfall im ersten Rennen nach einem Unfall durch Reifendefekt; Unfall im Training zum zweiten Lauf, daraufhin mit dem lädierten Auto kein Start möglich. Dass nicht aller schlechten Dinge, ebenso wie der guten, drei sein mögen, hoffen nun die Viper-Dompteure Meinhard Rittmeier (Wermelskirchen) und Carl Reh (Trier).

Der ACAS-Bilstein-Cup geht über die Distanz von vier Stunden. Die beiden ersten VLN-Saisonläufe wurden jeweils über 3 1/2 Stunden gefahren. Über die Vier-Stunden-Distanz ist man im Viper-Umfeld nicht unglücklich. Bei dreieinhalb Stunden muss der 8-Liter-Zehnzylinder, dessen Tankvolumen das Reglement auf 90 Liter begrenzt, einmal mehr als die Porsche- oder BMW-Konkurrenz tanken. Vier Stunden aber überstehen auch die Porsche nicht, ohne einen Tankstopp mehr einzulegen.

Joachim Schirra (Riedstadt) und Jürgen Delkus (Wesseling) führen die VLN-Meisterschaftstabelle nach zwei Läufen mit19,54 Punkten an. Beide Male gewannen sie die Klasse SP15, Honda Accord Challenge. Leuten, die bereits einen Durchmarsch von Schirra/Delkus zum VLN-Meistertitel und zum Gewinn der Honda Accord Challenge befürchten, beruhigt Delkus: „In der Honda Challenge sind zwar die meisten Autos aller Klassen. Bei einem Sieg gibt es also reichlich Punkte. Aber die Konkurrenz ist entsprechend hart. Es geht an der Spitze ganz, ganz eng zu. Da können eine ganze Reihe von Teams gewinnen.“

Eine makellos weiße Weste haben mit zwei Siegen in der Klasse der Specials bis zwei Liter Hubraum auch Klaus-Peter Thaler (Gevelsberg) und Heinz Remmen (Finnentrop). Mit jeweils 19,43 Punkten belegen sie hinter Schirra/Delkus gemeinsam Platz drei. Thaler: „Ich hoffe, dass wir auch bei den nächsten Rennen viele Konkurrenten in der Klasse haben werden, und dass unser von Kissling ausgezeichnet vorbereiteter Opel Astra GSI keine Schwächen zeigt. Und etwas Glück gehört auch dazu.“ Letzteres hatten Thaler/Remmem beim DMV-4-Stunden-Rennen. Ihr Klassensieg wurde trotz eines Ausrutschers in die Leitplanken und einer unverschuldeten Kollision mit einem Fahrer aus einer anderen Klasse herausgefahren.

19,05 Punkte zieren die Konten der Tabellenfünften, Henning Pape (Peine) und Josef Ismar (Euskirchen). Auch sie waren mit ihrem VW Polo 16V zweimal Klassensieger bei den Specials bis 1400 ccm.

Zwei Siege in der Klasse der VLN Serienwagen bis 3000 ccm verbuchten Frank Lorenzo/Harald Jacksties (Willich) auf BMW M3. Zugleich waren sie auch jedes Mal VLN-Wertungsgruppensieger. In der VLN-Serienwagen-Cup-Wertung führt vor dem dritten Lauf das bayrisch/preußische Duo Ivano Giuliani (München)/Manfred Werker (Berlin) auf BMW 318is. Die VLN-Junior-Trophäe sieht derzeit René Claer aus Langerwehe als Spitzenreiter. Er fährt einen BMW 318ti. Zweiter ist Citroën-Saxo-Fahrer Florian Frensch (Oberwinter) vor Anette Wilbert (Stromberg), der jüngsten unter den in der VLN aktiven Rennfahrerinnen. In der VLN-Geldwertung für fest eingeschriebene Fahrer liegen Thaler/Remmen vorn, gefolgt von Henning Pape und Guiliani/Werker.

Nach dem 43. ADAC-ACAS-Bilstein-Cup können die Tabellenstände schon wieder ein anderes Gesicht haben. Denn ein Abonnement auf Klassensiege, vor allem in den stark besetzten Klassen gibt es nicht. Und auch in der BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft wird erst am Schluss zusammengezählt. Den vielen Fans, zum Bilstein-Cup werden 20.000 erwartet, kann es nur Recht sein. Ihnen werden am 21. April wieder vier Stunden Motorsport vom Feinsten auf der schönsten und schwierigsten Rennstrecke der Welt geboten.

Das Rennen wird – wie inzwischen alle VLN-Läufe – auf der 23,8 Kilometer langen Kombination aus Kurzanbindung der Grand-Prix-Strecke und „Grüner Hölle“ Nordschleife gefahren.

Zeitplan ADAC-ACAS-Bilstein-Cup
Samstag, 21. April: 8.30 Uhr bis 10 Uhr Zeittraining
12 Uhr Start zum Rennen über 4 Stunden, der nach dieser Distanz Führende wird als erster abgewunken.