24.10.2006

Finale furioso: Premiere des BMW Z4 M Coupé

Die Saison 2006 der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring endet am kommenden Samstag mit einer Überraschung: Beim 31. DMV Münsterlandpokal des MSC Münster e.V. im DMV feiert das neue BMW Z4 M Coupé seine Nordschleifen-Premiere. Das Cockpit des von Schubert Motors aus Oschersleben eingesetzten Sportcoupés teilen sich Claudia Hürtgen (Aachen), Marc Hennerici (Bonn) und Hans-Joachim Stuck (Ellmau). Diese Premiere rundet nach neun Veranstaltungen die bisher erfolgreichste Saison der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring ab und macht schon jetzt Lust auf 2007, wenn die erfolgreichste Breitensportserie Europas in ihr 31. Jahr startet.

Wie gewohnt ist der Gesamtsieg beim Saisonfinale hart umkämpft, gilt es doch, sich mit einer guten Leistung in die Winterpause zu verabschieden. Das Jahr brachte bislang vier unterschiedliche Sieger-Teams hervor. Derer sieben gingen an Porsche-Teams, von denen Land-Motorsport mit Marc Basseng (Leutenbach) und Patrick Simon (Wiesbaden) alleine vier Triumphe feierte. Die Truppe aus dem Westerwald könnte beim 31. DMV Münsterlandpokal zudem den dritten Sieg in Folge einfahren. Manthey-Racing errang zu Beginn der Saison zwei Siege und einmal hieß das Gewinnerteam Alzen-Motorsport. Beim Saisonhighlight, dem 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen, stand das BMW-Trio Michael Bäder (Ofterdingen), Tobias Hagenmeyer (Köln) und Markus Gedlich (Frankfurt) auf dem Podest ganz oben. Die Vorzeichen für das Finale sprechen eindeutig für Porsche, aber die Saison 2006 hat bis jetzt ein ums andere Mal gezeigt, dass sie für Überraschungen gut ist.

Für Hürtgen / Hennerici / Stuck geht es vor allem um eine erste Standortbestimmung mit dem über 400 PS-starken BMW Z4 M Coupé, dass von BMW-Motorsport für den Kundensport entwickelt wurde. „Wir sehen diesen Einsatz als Test unter Rennbedingungen, denn wir müssen das Setup zunächst einmal an die Gegebenheiten der Nordschleife anpassen“, sagt Schubert Renningenieur Stefan Wendl. „In der kommenden Saison wollen wir dann mit dem M Coupé angreifen. An die Spitzenteams wie Alzen, Land oder Manthey kommen wir natürlich nicht heran, weil wir deutlich weniger Leistung haben und daher in der kleineren Klasse SP6 starten. Aber Platzierungen in den Top 5 sind für 2007 ein realistisches Ziel.“

Für frischen Wind in der Langstreckenmeisterschaft sorgt am kommenden Samstag auch Ellen Lohr (Monaco). Die einzige Frau, die je ein DTM-Rennen gewinnen konnte, tauscht ihr Rallye-Raid-Cockpit gegen einen Platz im Porsche 993 RSR, um mit ihrem „alten Kumpel“ Johannes Paczynski (Mönchengladbach) und Heinz-Josef Bermes (Willich) die Nordschleife unter die Räder zu nehmen. „Als Vorbereitung auf die Dakar-Rallye 2007 nutze ich gerne jede Gelegenheit, im Rennwagen Platz zu nehmen“, so Lohr. „Zudem hatte ich schon lange geplant, mit Johannes gemeinsam ein Rennen zu fahren – wir kennen uns schon seit vielen Jahren und er hat mich zu Beginn meiner Karriere in der Formel Ford unterstützt.“

Lohr trifft beim Münsterlandpokal auf alte Weggefährten – einer von ihnen ist Kurt Thiim (Luxemburg), der zusammen mit Dirk Thelen (Bad Münstereifel) und Christoph Esser (Nettersheim) im Audi TT startet. „Bislang haben wir den Wagen nur sporadisch auf der Nordschleife eingesetzt“, sagt Esser, Teamchef von PROsport. „Zum Saisonende wollen wir jetzt einige neue Komponenten testen.“ Neben dem Einsatz des Audi TT fällt teamintern auch die Entscheidung in der Seat Cup-Wertung, denn beide Fahrzeuge von PROsport führen die Tabelle an. Bora Bölk (Düren) und Ex-DTM-Pilot Carsten Struwe (Mechernich) liegen nach acht Rennen vorne, mit einem weiteren Klassensieg könnte der zweitplatzierte Jörg Viebahn (Engelskirchen) aber die Spitze übernehmen.

In den weiteren Cup-Klassen stehen die Sieger fest. Die Tabellenführer im Honda Civic-Cup, Uwe Unteroberdörster (Lohmar), Marcel Engels (Willich) und Wilfried Schmitz (Setterich), werden aus diesem Grund genauso befreit in den 31. DMV Münsterlandpokal gehen, wie Andreas Mäder (Großkugel) und Reinhold Renger (Rothenburg OdT), die beim letzten Rennen vorzeitig den Titel im Honda S2000 Cup verteidigt haben. Auch Jürgen Nett (Mayen) und Rolf Schütz (Andernach), die uneinholbar den Peugeot 206 RC Cup anführen, starten ohne taktische Zwänge und freuen sich auf das Rennen über vier Stunden.