10.10.2006

Ring frei zur achten Runde der Meisterschaft

Das Jahr 2006 neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen, so auch die 30. Saison der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Den Fans der populärsten Breitensportserie Europas steht ein goldener Herbst bevor, denn die zwei noch anstehenden Rennen versprechen Spannung pur. Den Anfang macht am kommenden Samstag, den 14. Oktober 2006, das 30. DMV 250-Meilen-Rennen. Der veranstaltende AC Monheim e.V. im DMV rechnet für seine Jubiläumsveranstaltung nicht nur mit einem starken Teilnehmerfeld von mehr als 175 Fahrzeugen, sondern auch mit freundlichen Witterungsbedingungen. Die vorhergesagte Regenwahrscheinlichkeit beträgt gerade einmal 10 Prozent bei sonnigem Himmel mit nur leichten Wolken.

Beim 30. DMV 250-Meilen-Rennen könnte bei der Entscheidung um den Gesamtsieg die Stunde der Außenseiter schlagen. In Abwesenheit von Manthey und Mamerow klafft in der Viererbande der Porsche-Top-Teams eine gewaltige Lücke. Übrig bleiben die zwei Teams aus dem Westerwald von Wolfgang Land und Jürgen Alzen. Marc Basseng (Leutenbach) und Patrick Simon (Wiesbaden) wollen im Land-Porsche den vierten Saisonsieg, Jürgen Alzen (Betzdorf) könnte den zweiten Triumph einfahren. Auf seinen Bruder Uwe, der im Rahmen des Porsche Carrera Cups im französischen Le Mans startet, muss er dabei allerdings verzichten. Bei dieser Konstellation steigen die Chancen für eine handvoll weiterer Teams, die 2006 bereits Erfolge feiern konnten. Allen voran haben Tobias Hagenmeyer (Köln), Michael Bäder (Ofterdingen) und Markus Gedlich (Frankfurt) nach ihrem Sieg beim 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen Morgenluft gewittert. Auch beim letzten Rennen feierte das Trio im BMW M3 mit Platz drei einen weiteren Podiumserfolg. Auch Sabine Schmitz und Klaus Abbelen (beide Bahrweiler) im Porsche 911 GT3, Ralf und Andreas Schall (beide Dornstadt) im Opel Astra V8 Coupé sowie Johannes Scheid (Kottenborn), Oliver Kainz (Kottenheim) und Dennis Rosteck (Porta Westfalica) im BMW M3 „Eifelblitz“ waren 2006 schon auf dem „Treppchen“ zu Gast. Dehnt man den Kreis der Favoriten weiter aus, wird es bunt: die beiden Lamborghini Gallardo von Lambo-Racing und Raeder-Motorsport sind genauso Kandidaten für eine vordere Platzierung, wie die Dodge Viper von Zakspeed oder einer der bulligen V8STAR, die mit ihrem kernigen Sound die Langstreckenmeisterschaft bereichern.

Spannung im Kampf um den Titel in der Langstreckenmeisterschaft
Die Fahrerwertung in der Langstreckenmeisterschaft ist nach sieben Rennen noch nicht entschieden. Die Tabellenspitze haben derzeit noch Claudia Hürtgen (Aachen) und Marc Hennerici (Bonn) inne. Im BMW 120d von Schubert-Motors aus Oschersleben fuhren beide souverän zu sieben Siegen in der Klasse SP10 (Alternative Treibstoffe bis 2.000 ccm Hubraum). Trotz dieser Dominanz müssen beide auf das Pech der Konkurrenten hoffen, denn in der Langstreckenmeisterschaft sorgt eine bewährte Formel für Gerechtigkeit: Wer in seiner Klasse die meisten Gegner hinter sich lässt, erhält die meisten Punkte. In der deutlich stärkeren Klasse V2 (VLN-Serienwagen bis 1.850 ccm Hubraum) waren Wolf Silvester (Nürnberg) und Mario Merten (Nürburg) am Start. Nach einem Ausfall beim ersten Rennen – Silvester wurde hier als Doppelstarter auf einem anderen Fahrzeug gewertet – stehen für die zwei Fahrer im Bonk-BMW derzeit die Positionen drei und elf in der Tabelle zu Buche. Dies ist nicht weiter problematisch, werden doch für die Wertung in der Langstreckenmeisterschaft nur 80 Prozent der Ergebnisse herangezogen. Die daraus resultierenden zwei Streichresultate eliminieren sozusagen den Fauxpas aus dem April und werden Silvester/Merten nach vorne spülen. Nach fünf Klassensiegen und einem zweiten Platz reicht eine weitere Top-Platzierung in den verbleibenden Rennen aus, um den Titel einzufahren. Auch Alex Böhm (Kruft) hat noch Chancen, an den Tabellenführern vorbeizuziehen. Nach sechs Siegen mit dem BMW 325i des Black-Falcon-Teams in der V4 (VLN-Serienwagen bis 2.500 ccm Hubraum) rangiert er aktuell auf dem vierten Platz in der Meisterschaft.

Auch wenn es bei der Entscheidung um die Vergabe des Meistertitels deutliche Tendenzen gibt, darf ein wichtiger Aspekt nicht außer Acht gelassen werden: Um zu punkten muss man erst einmal die Zielflagge sehen. Nach seinem vielleicht meisterschaftsentscheidenden Motorschaden in Suzuka kommentierte Ferrari Formel-1-Fahrer Michael Schumacher: „Zwischenfälle wie heute können passieren, und das ist ein Teil des Rennsports.“ Wer möchte ihm da noch widersprechen? Die Langstreckenmeisterschaft bleibt in jedem Fall weiter spannend.

Hans-Joachim Stuck greift wieder ins Lenkrad
Hans-Joachim Stuck freut sich darauf, endlich wieder selber ins Lenkrad zu greifen. Nach seinem Asien-Trip mit der Formel 1 – der Ellmauer kommentiert für den Fernsehsender Premiere die Rennen der Königsklasse – startet Stuck bei den letzten beiden Rennen der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Das 30. DMV 250-Meilen-Rennen bestreitet er zusammen mit seinem Sohn Johannes (Mauren) und Dr. Markus Braunsperger (München) im BMW 120d von Schubert-Motors aus Oschersleben.